Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160802
ä 45. 46. 
Miniaturen. 
169 
auch beschränkten, doch sehr deutlichen byzantinischen Ein- 
iiuss, sei es, dass die am deutschen Kilißefhüfe herrschende 
Kunstrichtung sich in weitern Kreisen geltend machte als 
sonst nach den allgemeinen Verhältnissen anzunehmen wäre, 
oder dass Handel und sonstige Verbindungen eine grössere 
Anzahl neugriechischer Arbeiten, besonders Handschriften, 
nach dem Norden führten. Dem deutschen Style jener Zeit 
gegenüber hatte die byzantinische Malerei bei all ihrer Ver- 
derbnisg den in solchen Fällen meist siegreichen Vortheil 
einer saubern Technik, einer zierlichen Ausführung, einer 
abgemessenen Bestimmtheit, und diese Vorzüge suchten sich 
nun einzelne deutsche Miniatoren, vielleicht. auch Wandlnaler, 
anzueignen. Es fragt sich nun, Wie Weit sie darin gingen 
und ob man, wie bisher geschehen, von einem byzantinischen 
Styl in der deutschen Kunst zu sprechen berechtigt ist. 
ä. 46. Es hat sich eine Reihe zum Theil höchst pracht- 1- 
voller Handschriften dieser Art aus dem XI. Jahrhundert 
erhalten i). Die bedeutendsten derselben, welche sich gegen- 
wärtig in der Hofbibliothek zu München beünden, stammen 
aus dem Domschatze von Bamberg, für den sie ohne Zweifel 
als Geschenke der Vornehmen, vielleicht der Mehrzahl nach 
als Geschenke Kaiser Heinrichs II. gearbeitet waren. Einige 
andere befinden sich noch gegenwärtig in der öffentlichen 
Bibliothek von Bamberg, noch andre an andern Orten. Diese 
Arbeiten unterscheiden sich durch eigenthümliehen Styl und 
Behandlung aufs Bestimmteste von jenen Werken der karo- 
lingischen Periode; sie erscheinen auf der einen Seite un-Y 
gleich widerwärtiger, auf der andern ungleich bedeutender- 
Wenn jene, trotz der Unsicherheit und krassen Rohheit in 
der Ausführung, immer noch ein Gefühl für Form, immer 
noch die allgemeinen Gesetze der Bildung des menschlichen 
Körpers, noch die grossartigen Züge der Gewandung bewah- 
ren, so ist von diesen Vorzügen hier keine Spur mehr zu 
ä) Münchner Bibliothek: B. N0. 4, 5, 2. Cod. lat. membr. c. Q. 
N0. 86.  Bamberger Bibliothek: A. II. 42; A. I. 47; Ed. V, 4_  
Vgl. Museum, a. a. O. N0. 21, 22-
        

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