Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160732
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Antike. 
Buch II. Mittelalter. Der Norden. Nachwirkg. d. 
ungeschwächtem Farbenglanze sichtbar war. Auch die Abtei 
Corvcy an der YVeser war frühe ein Sitz der Kunst; als ge- 
schickte Maler werden im IX. Jahrhundert Theodegar, im 
X. Jahrhundert Anderedus und Luitolf erwähnt, der erst- 
genannte u. a. als Urheber einer zierlich mit der Feder ge- 
zeichneten Passion.  In Sachsen war mit der Bekehrung 
auch die karolingisehe Kunst eingedrungen; um 900 war z. B. 
Bischof Sigismund von Halberstadt als cmsiger Maler be- 
rühmt; aber erst unter den Kaisern des sächsischen Hauses 
gewannen Kunst und Bildung eine höhere Blüthe. Da licss 
König Heinrich I. seinen Sieg über die Üngzirn (933) durch 
ein Wandgemälde im obern Saal des Merseburger Schlosses 
verherrlichen  welches den Zeitgenossen fast als täuscliende 
W irklichkeit vorkam und welches uns wenigstens beweist, 
dass neben der ausgedehnten kirchlichen Malerei auch die 
weltlich-geschichtliche keineswegs stockte. Unter Otto dem 
Grossen folgten zahlreiche Kirchenstiftungen; sein Bruder, 
Erzbischof Bruno von Köln, war mit Bildung und Kunstsinn 
hoch begabt; sein Sohn und Enkel, Otto II. und Otto III. 
waren wenigstens andächtig und prachtliebend. So entfaltete 
sich um das Jahr IOOO in Norddeutschland ein Kunstleben, 
von dessen Ernst und relativer Tüchtigkeit die wenigen er- 
haltenen Reste einen ziemlich hohen Begriff geben. In jener 
Zeit lebten und wirkten die Bischöfe Meinwerl; von Pader- 
born und S. Bernward von Hildesheim (T 1022); ersterer 
hielt bei seinem Stift u. a. eine bedeutende Malerschule auf- 
recht; letzterer, eine der wichtigsten Persönlichkeiten der 
mittelalterlichen Kunstgeschichte, kannte und übte alle Zweige 
der bildenden Kunst und des damit verwandten Handwerkes. 
Es bezeichnet allerdings den damaligen Zustand, dass ihm in 
der'Malerei die Nachahmung des schon Vorhandenen mehr 
am Herzen lag, als die Entwickelung eigener Genialität, 
dass er alles Gute, was ihm aufstiess, entweder selbst nach- 
ahmte oder nachahmen liess,  dass ihn auf seinen Reisen 
Liutprand. 
Antapodosis
        

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