Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160595
Nachwirkg. d. Antike.  39. 40. 
148 Buch II. Mittelalter. Der Norden. 
hervor, welche sich beissen, eine der frühsten Aeusserungen 
des nordischen Wohlbehagens an räthselvollen Arabesken. 
Aehnliche Arbeit, nur noch barbarischer, zeigen eine der Pa- 
riser etwa gleichzeitige Handschrift in Sanet Gallen, und 
(neben höchst kunst- [und geschmackvollem „Geriemsel" und 
anderem Ornament) eine zweite, die im Jahre 967 ebendahin 
gekommen")  Dieser ganz originelle Styl, den wir ohne 
Bedenken als den irischen (oder celtischen) bezeichnen 
dürfen, ist um so auffallender, da die devoten lren in leb- 
hafter Verbindung mit Rom standen und unaufhörlich dahin 
pilgerten, was z. B. im Jahre G80 und 686 den Ankauf einer 
ganzen Ladung von Tafelbildern in Rom zur Folge hatte] 
g. 40. Auf dem Continent beginnt die einigermassen 
zusammenhängende Reihe der vorhandenen Denkmäler erst 
mit Carl dem Grossen, welcher die classische Bildung und 
Kunstübung des damaligen Italiens an seinen Hof diesseits 
der Alpen verpfianzte  Die fränkische Kunst mochte durch 
die "Wirren des VII. Jahrhunderts gelitten haben und einer 
neuen, umfassenden Anregung bedürfen. Ucber die Prin- 
cipien, ivelche den grossen Kaiser bei seinen Kunstschöpfun- 
gen leiteten, haben wir keine bestimmte Kunde; jedenfalls 
hatte der Anblick Roms ihn mächtig angeregt, aus seinem 
Aachen ein zweites Rom zu gestalten. Was er schuf, be- 
schränkte sich übrigens auf seine Domänen, in welchen sich 
Kirchen und Pfalzen von ausserordentlicher Pracht erhoben; 
wo man sich ausserdem an die von ihm angeregte Kunst- 
weise anschloss, war es eine freiwillige Nachfolge, welche 
nach der Natur der Dinge nur allmälig durchdringen konnte. 
Doch liess es Carl an allgemeinen Anempfehlungen, selbst 
gegen ausländische Fürsten, nicht mangeln und beauftragte 
seine Sendgrafen mit genauer Aufsicht über das schon Vor- 
ü) Waagen im Deutschen Kunstbl. 1850 S. S3 ff. Ueber andere 
vorkarolingische Miniaturen (vom Jahre 794 und früher) in der Biblio- 
thek von S. G. Ders. ebendas. S. 91. 
im) Vgl. v. Rumohr, Italienische Forschungen I, S. 216 u. f.  
Fiorillo, Geschichte der zelchnenden Künste in Deutschland etc. 
I. S. 31. 
        

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