Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160588
Angelsachsen. 
Carl der Grosse. 
147 
gewissermassen dem Gebiete der Malerei angehört In einen 
über das Metall gezogenen schwarzen Lack sind hier die 
Zeichen der Evangelisten und Christus am Kreuz zwischen 
Sonne und Mond eingeritzt; letzteres eine der ältesten abend- 
ländischen Darstellungen dieses Gegenstandes. (y 
ä. 39. Nur von eine m nordischen Volke, und zwar einem 1. 
der abgelegensten, sind Werke der frühesten Zeit erhalten, 
welche das entschiedene Bild eines Styles geben: wir meinen 
die Miniaturen der angelsächsischen (richtiger: irischen) 
II an ds c h rif t e n  Früher und vollständiger als das Festland 
von der römischen Welt abgeschnitten, hatten die britischen 
Inseln, vor allen Irland, ein eigenthümliches Kulturleben 
entwickelt, welches sich seit der Bekehrung durch die Send- 
boten Gregors des Grossen an zahlreiche Kirchen und Klö- 
ster anschloss. In den letztern dürfen wir den Sitz der merk- 
würdigen Kunstübung suchen, deren Hauptdenkmale das sog. 
Outhbertbook im britischen Museum (ein Evangelien- 
buch) und ein Manuscript desselben Inhalts in der National- 
bibliothek zu Paris, das dem irischen Apostel St. Willebrord 
gehört hat, sind, ersteres um 650, letzteres um 700 verfertigt. 
Die Miniaturen enthalten in jenem die Gestalten, in diesem 2. 
bloss die Zeichen der Evangelisten, und zwar in einer Dar- 
stellungsweise, die von antikem und byzantinischem Styl 
gleich verschieden und wesentlich die einer dekorativen Will- 
kür ist. Die menschliche und thierische Gestalt ist zu einem 
ornamentistisehen Spiel geworden, das kaum noch an die 
Wirklichkeit erinnert; die Gesichter sind völlig leblos wie 
ein kalligraphisches Schema behandelt, die Gewänder fast 
ohne allen Sinn, mit Falten von -einer andern Farbe als das 
Uebrige; bei scharfer Zierlichkeit der Umrisse fehlt durch- 
gängig der Schatten. Sehr hübsch und phantastisch erschei- 
nen die Ornamente an den Rändern und in den Initialen; 
zwischen buntverschlungenen, überaus zierlichen Bändern und 
Schnörkeln auf schwarzem Grunde sehiessen Drachenköpfe 
ü) Waagen: Kunstwerke 
134, und III, S. 241. 
und 
Künstler in 
England 
und Paris 
10a:
        

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