Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160343
ä 
Normanniseh- 
byzantinische 
Mosaiken. 
123 
Goldgrund stellt S. Marcus mit dem Evangelienbueh auf dem 
Throne sitzend dar, neben ihm vier stehende Heilige, oben 
ein gefiügelter Christus in Purpurgewand, mit Stab und 
Globus  alles in einem eben so steifen, zierlichen Styl wie 
die ältern venezianischen Mosaiken. Dasselbe gilt auch von 
der Halbfigur des Matthäus in der Thürlunette.  Das 3. 
grösste Prachtwcrl; dieser byzantinisch-nornutnnischen Malerei 
sind die lilosaiken des Domes von Monreale bei Palermo 
(nach 1174), wo die mittlere Nische ein überaus kolossales 
Brustbiltl Christi, der nächst umgebende Raum zahllose 
Heilige, die Arme des (Querschifes die Geschichten Pctri 
und Pauli, das Langschiti" endlich eine grosse Reihe biblischer 
Ereignisse enthält. Da die Kirche sehr rasch vollendet 
wurde, bedurfte es zu Bcschzxffrmg dieser Mosaiken einer An- 
zahl von weit über hundert Künstlern, was ohne die Existenz 
einer alten, längst über ganz Sicilien verbreiteten Schule kaum 
möglich gewesen wäre.  Etwas früher ist der nicht minder 4. 
prächtige Wandschmuck der Rogerskapelle in Palermo 
(nach 1140) und die Mosaiken mehrerer andern sicilianischen 
Kirchen: S. lNI. dell" Ammiraglio, des Domes von Cefalu 
(letztere besonders ausgezeichnet) u. s. w.  Das Jagd- 
zimmer des Königs Roger I. in Palermo (um 1100) mit. 
den etwas heraldischen Thicrgestalten und Ornamenten auf 
Goldgrund erinnert an die wahrscheinlich ähnliche Verzierung 
der unter Kaiser Theophilus (829-- 842) in Konstantinopel 
erbauten Prunkhalle Margarita, welche sammt den übrigen 
zahlreichen Pallastbauten dieses Fürsten untergegangen ist 
S0 viel wir nach Abbildungen und Beschreibungen urtheilen 
können, zeigt sich in diesen sicilischen Werken durchgängig 
derselbe dürre erstorbene Styl wie in den ältesten Bildern 
der 
Marcuslairche. 
ä. 32. Bei den 
Nliniaturen 
des 
byzantinischen Styles 
w) Die Abbildungen aller dieser Mosaiken bei Serradifalco: del 
Duomo di Monreale etc. erscheinen ohne Ausnahme modern gefärbt 
zu sein.  Bei Hittorf und Zanth: Architecture anoderne da la 
Sicile, giebt nur das letzte Blatt einen treuen Begriff vom Styl dersel- 
ben, allerdings bloss durch wenige Beispiele.
        

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