Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160270
116 
Buch I. 
Christl. Alterthum. 
Byzantinische: Styl. 
ä. 21 
dann folgen, noch zur Halbkuppel gehörend, die dreizehn 
Lämmer, die einen zweiten, ganz krummen Reif um die Fi- 
guren bilden. Die Arbeit ist hier überaus roh und von echt 
byzantinischer Starrheit; als hätte der Künstler gewusst, dass 
seine langen, hagern Gestalten nicht mehr sicher auf ihren 
Füssen stehen, gab er jeder ein besonderes kleines Piedestal. 
Die Gewandlinien sind meist senkrecht und parallel, und bei 
all diesen Mängeln hat man doch durch aufgehöhte Lichter 
von anderer Farbe gewisse Chzingeant-Edekte erzwungen. f) 
 Das stark ergänzte Nischenmosaik von S. Francesca 
Romana (Wahrscheinlich 858-867, unter Nicolaus l.) be- 
schliesst diese Gruppe römisch-byzantinischer Werke. Hier 
war man endlich zum Bewusstsein gekommen, dass Gestalten 
wie die damalige Kunst sie bildete, keine lebendigen Be- 
ziehungen mehr zu einander haben, also auch keine Compo- 
sition mehr ausmachen könnten, und trennte desshalb die 
Madonna auf dem Throne und die vier handaufhebenden 
Heiligen durch zierliche Bogenstellungen. Der Grund ist 
wie bei den meisten vorhergehenden Mosaiken Goldgrund, 
die Nimben dagegen blau. Dass die Gesichter bloss ärmliche 
Linien, die Wangen rothe Kleckse, die Falten willkürliche 
dunkle Striche sind, versteht sich von selbst; doch deutet 
eine gewisse Flüssigkeit und Fülle der Formen, sowie auch 
einige Nebendinge (dass z. B. Maria hier eine Krone, in 
byzantinischen Werken aber einen Schleier trägt) vielleicht 
darauf hin, dass wir es hier weniger mit byzantinischer Ver- 
derbniss als mit einem nordischen, wahrscheinlich fränkischen 
Einfluss zu thun haben. (Dem XIII. Jahrhundert können 
wir das Mosaik doch nicht wohl zuschreiben, wenn wir die 
llauthentischen Arbeiten dieser Zeit damit vergleichen.)  Von 
spätern Werken des IX. Jahrhunderts ist in Rom nichts er- 
halten; was Papst Formosus (891-896) in S. Peter arbeiten 
liess, ist mit der alten Basilica untergegangen. In Aquileja 
soll noch das Kirchenmosaik vorhanden sein, welches Gisela, 
ß) Aus der Zeit Sergius II. (844-847) sollen noch Malereien vor- 
handen sein in der Capelle Sancta Sanctorum beim Lateran, welche 
uns unzugänglich gewesen ist.  Vgl. Emäric-David, a. a. O. S. 76.
        

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