Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160265
äZQ. 
S. Maria della N avicella. 
S. Marco und S. Francesca in Rom. 
115 
thuend vermitteln, sind hier in die letztere mit hineingezogen 
und bilden einen ziemlich unschönen Saum derselben. An 
der Nischenwand sah man bis vor wenigen Jahrzehenden die 
heil. Jungfrau mit. dem Kinde thronend zwischen zwei En- 
geln und eilf Märtyrern, welche aus den beiden heiligen 
Städten herankamen; Weiter unten aber die 24 Aeltesten in 
der bekannten Darstellung. Auch das Gesimse der Vorhalle 
hat hier noch seinen alte_n Schmuck: schöne goldne Orna- 
mente auf blauem Grunde, abwechselnd mit blauen auf Gold- 
gmnde, unterbrochen durch kleine Medaillons mit Brustbild- 
chen  ein Beweis, wie lange einzelne gute Zierrathen bei 
völliger Verderbniss alles Üebrigen fortleben können.  Ganz 8- 
derselbe Styl wie in S. Ceeilia zeigt sich auch in und über 
der Nische von S. Maria della Navicella (auch in Do- 
minica genannt) auf dem Cölius. In der Nische erscheint 
Maria mit dem Christuskinde auf dem Throne sitzend; Engel 
stehen in regelmässiger Aufschichtung ihr. zu beiden Seiten, 
und zu ihren Füssen kniet mit unsäglich steif geknickten 
Gliedern Papst Paschalis I. An der Nischenwand sieht ma.n 
oben den Heiland in einem Nimbus zwischen zwei Engeln 
und den zwölf Aposteln, und weiter unten, in ungleich grös- 
serem Maassstabe, zwei Propheten, welche auf ihn hinzudeu- 
ten scheinen. Merkwürdig ist hier der reiche Pflanzen- 
schmuck; ausser dem auch sonst nicht seltenen, aus zwei Ge- 
fässen hervorwachsenden Blumenkranz am Rande der Halb- 
kuppel, ist hier auch der Boden unter den Figuren mit Blumen 
verziert  ein harmloser Schmuck, zu welchem sich die by- 
zantinische Morosität Solist selten versteigt.  Von da an 9- 
geht es rasch abwärts in die tiefste Barbarei. Die Mosaiken 
von S. Mareo in Rom, ausgeführt unter Papst Gregor IV. 
(827-844), sind bei aller Pracht doch der möglichst dürftige 
Ausdruck dessen, was dargestellt werden sollte. Ueber der 
Nische sieht man in Rundungen das Brustbild Christi zwi- 
schen den Sinnbildern der Evangelisten, und weiter unten 
Petrus und Paulus (oder zwei Propheten) mit Schriftrollen; 
in der Nische unter einer von oben einen Kranz reichenden 
Hand steht der segnende Christus mit einem offenen Buche, 
und zu beiden Seiten fünf Heilige und Papst Gregor IV. ; 
89k
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.