Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160216
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Buch I. 
Christl. Alterthum. 
Spätrömischer Sty]. 
von der weisscn 
licher Schönheit. 
Tunica 
sieht ; 
die 
Köpfe 
sind 
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 Üebrigens hatte die bauliche und künstlerische Thätig- 
keit in Ravenna schon seit dem Sturz der Ostgothen be- 
deutend nachgelassen. Eine Provinzstadt des oströmischen 
Reiches hatte in jener Zeit ohnehin kein glänzendes Schicksal; 
nun kamen beständige Angriffe der Longobarden hinzu, 
welche dem Exarchat einen Gebietstheil nach dem andern 
raubten, und im Jahre 728 selbst die prächtige Vorstadt 
Classis eroberten und wüste legten. Erdbeben thaten das 
Uebrige, und gegenwärtig ist ausser der schönen, einsamen 
Apollinariskirche am Rande des berühmten Pinienwaldes 
jede Spur von Classis untergegangen. Endlich, nachdem die 
Franken den Longobarden das eroberte Exarchat abgenom- 
men und den römischen Stuhl damit beschenkt hatten, be- 
schränkte sich die ravennatische Kunst auf Ausschmückungen 
im Einzelnen und auf Reparaturen, und diesem Umstande 
allein verdankt jetzt die abgelegene päpstliche Landstadt die 
Erhaltung von frühmittelalterlichen Kunstschätzen, wie sie 
sich sonst nirgends in der Welt mehr beisammen finden. 
 ä. 29. Wie weit die Kriege u. a. Katastrophen des 
VIII. Jahrhunderts auf die Kunstübung in Rom EinHuss 
hatten, ist schwer zu entscheiden, da von den zahlreichen 
künstlerischen Leistungen, welche erwähnt werden, so viel als 
nichts erhalten ist. (Das Einzige ist u. W. das kleine Frag- 
ment aus der alten Peterskirche vom Jahre 705, jetzt in der 
Sakristei von S. M. in Cosmedin, welches bei einer bar- 
barischen Nachlässigkeit der Technik eine gute alte Compo- 
sition der Anbetung der Könige zeigt; die erhaltenen Figuren 
 Joseph, Maria mit dem Kinde, und ein Engel  verschie- 
ben sich zu einer ungezwungenen Gruppe.) Von Papst Con- 
stantin (708-4715) Wissen wir aus Paul Diaconus (VI, 34), 
dass er in der Vorhalle von S. Peter die sechs rechtgläubi- 
gen Synoden abmalen liess (ob in Mosaik, wird nicht gesagt), 
und zwar, bezeichnend genug, aus Trotz gegen den mono- 
3191658011 gesinnten Kaiser Philippicus Bardanes, welcher eine 
ähnliche Reihe von Synodenbildern in Konstantinopel hatte
        

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