Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160204
San Apollinare in classe bei Ravenna. 
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Purpurmantel, und bricht das Brod; von links her schreitet 
Abel heran, als halbnackter Jüngling in linnener Clamys, in 
den Händen ein Lamm; rechts führt Abraham, hier als Greis 
in weissem Gewande, seinen Sohn herbei, der hier nicht mehr 
nackt (wie in S. Vitale), sondern in gelbem Kleide erscheint. 
 Das Gegenstück, die Verleihung der Privilegien, ist in 
Zeichnung und Ausführung schlechter und Hüchtiger, so dass 
z. B. in den Köpfen die Umrisse schon roh hervortreten. 
Aus der mit einem Vorhang bekleideten Thür eines Pallastes 
treten drei kaiserliche Jünglinge mit Nimben hervor, Con- 
stantin, welcher den Purpurmantel trägt, Heraklius und Ti- 
berius k); rechts steht, ruhig zusehend, der Erzbischof Repa- 
ratus von Ravenna, umgeben von vier Geistlichen, deren Einer 
von Constantin eine Rolle mit der rothen Inschrift nprivilegia" 
in Empfang nimmt. Hier zeigt sich eine offenbar byzan- 
tinische Starrheit, zumal beim Vergleich mit den beiden Cere- 
Inonienbildern in San Vitale.  An der Wand über der 4_ 
Nische auf einem Streifen blauen Grundes sieht man ein 
Brustbild Christi und die Zeichen der Evangelisten (auch 
diese nur als Halbfiguren) durch den tausendjährigen Staub 
schimmern; dann folgen, auf Goldgrund, die zwölf Schafe, 
hier von beiden Seiten am Nischenbogen emporschreitend, 
und Lmterhalb derselben zwei Palmen,  Thiere und Bäume 
nicht besser als diejenigen in der Nische. Dagegen scheint 
in den Gestalten der beiden Erzengel Michael und Gabriel, 
welche weiter unten zu den Seiten der Nische angebracht 
sind, ein gutes altes Motiv erhalten zu sein: beide halten in 
der Rechten die Siegesfahne (das Labarum), Während die 
Linke den purpurnen, innen mit gesticktem Goldstoff ausge- 
schlagenen Mantel so zusammenfasst, dass man noch etwas 
der Vorstadt Classis ete.), um von Byzanz zu schweigen  und wie 
wenig sind wir daher berechtigt, unter dem noch Vorhandenen ent- 
schiedene Originale ünden zu wollen, wenn nicht äussere Beweise hin- 
zukommen! 
a) Die Schwierig-e Frage, welche Kaiser unter diesen Namen zu 
verstehen seien, liegt uns hier ferne. Wahrscheinlich sind Oonstantin 
Pogonatus, Tiberius II. und der bekannte Kaiser Heraklius gemeint; 
der Erstere tritt dann als Zeitgenosse mehr hervor.
        

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