Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160144
Colorit. 
Ornament. 
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braunen oder olivenfarbenen Fleisch nehmen sich begreiflicher 
Weise nur um so düsterer aus.  Ein Rest von Lebenskraft, 3. 
ja vielleicht die einzige Veränderung, welche den Namen 
einer Weiterbildung verdient, offenbart sich im Ornament; 
wir besitzen aus dieser Zeit die prachtvollsten Arabesken, 
gemischt aus Laubwerk und Thiergestalten, reiche phan- 
tastische Architekturen als Einfassungen für Schrift und Bild, 
u. dgl. mehr, fast Alles mit der grössten Sorgfalt und Zier- 
lichkeit ausgeführt. Allerdings tritt die mehr vegetabilische 
und somit organische Bedeutung der antiken Verzierungs- 
weise hier zurück neben einer gewissen kalligraphischen Will- 
kür, allein diess schliesst eine geistvolle Behandlung nicht 
aus. Hierin hat. Byzanz auch der bilderscheuen Kunst des 
Islams zum llluster gedient und vielleicht von ihr manche 
neue Anregung zurück empfangenä"). 
ä. 27. Von der einzigen monumentalen Gattung der 1. 
frühern byzantinischen Malerei, dem Mosaik, sind im ost- 
römischen Gebiete selbst nur wenig Denkmäler erhalten und 
von diesen stehen uns so gut wie gar keine Abbildungen 
und nur mangelhafte Nachrichten zu Gebote. Wohl lässt 
sich vermuthen, dass die Pracht der justinianischen Zeit oft 
erreicht, wenn nicht überboten wurde. Die Pallastbauten 
des Kaisers Theophilus  842) prangten mit dem reich- 
sten Schmuck; aus Cinnamus wissen wir, dass noch drei 
Jahrhunderte später die reichen Hofleute an den Wänden 
ihrer Palläste die Thaten der alten Helden darstellen liessen, 
freilich daneben auch Schlachten und Jagden, in welchen der 
dargestellt in Hurters "Geschichte Innoeenz IIL, Bd. I, unter der 
Rubrik: "ein Gang durch Constantinopel." 
m) Von Byzanz entlehnten die Saraeenen auch die Technik des 
Mosaiks, dessen arabische Benennung fsefysa offenbar aus dem grie- 
chischen zpfzpwaz; entstanden ist. Als Byzanz zu Anfang des VIII. 
Jahrhunderts mit dem Khalifen Walid Frieden schloss, bedang sich 
dieser zur Ausschmückung der neuen Moschee von Damaskus ein ge- 
wisses Quantum fsefysa aus. Noch um die Mitte des X. Jahrhunderts 
sandte Kaiser Romanos II. dem Khalifen Abderrhaman III. das Material 
für die Mosaiken der Kibla in der Moschee von Cordova.
        

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