Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160124
Das 
Copiren. 
101 
oder wenigstens justinianiseher Zeit auf diese Weise ver- 
ewigt wurden, natürlich um so schöner und genauer, je näher 
das Vorbild des Copisten dem Original stand, während C0- 
pien aus vcrmuthlich vierter, fünfter Hand schon nur noch 
die allgemeine Anordnung wiedergeben, im Detail aber ganz 
byzantinisch sind. Selbst WO der Maler neu componiren 
muss, hält er sich doch in den einzelnen Figtiren an bestän- 
dig wiederkehrende Schemata, so dass nur die Anordnung 
und hie und da die Stellung (letztere oft sehr unglücklich) 
verändert wird. Die byzantinische Kunst War ein mit Luxus 
betriebenes Handwerk geworden und eben dadurch auf dem 
Wege zu derjenigen unglaublichen Mittheilbarkeit, Welche wir 
in ihren spätesten-Stadien werden kennen lernen. Man be- 
merkt hier ein völlig äusserliehes Kunststreben, das sich mit 
seinen Gegenständen ein für allemal abgefunden hat. Die 
ltlähigkeit des Malers hing bald, wie wir sehen werden, von 
der Auswahl und NIenge der Durehzeichnungen ab, die er 
sich nach den Werken seiner Vorgänger angefertigt hatte. 
ä. 26. Das Islandwerk aber blieb noch Heissig und sorg- 1, 
faltig bis inis XIII. Jahrhundert: Wir thun dieser Kunst 
kein Unrecht, wenn wir z. B. die verhältnissmässig ausge- 
zeichnete Behandlung der Farbe als ein handwerkliches 
Verdienst. betrachten, denn mit der Naturnaehahmung ist es 
bei der Farbe so wenig ernstlich gemeint als bei der Zeich- 
nung, und der höchstmögliche Werth des byzantinischen 
Colorites ist im besten Falle ein dekorativer. Auch muss 
man sich hier so gut wie in Betreff der Zeichnung hüten, die 
Uopie für das Original zu halten, und z. B. für einige sehr 
vorzügliche Miniaturen aus der Zeit der maoedonischen Kaiser 
den Farbensinn der damaligen Miniatoren zu loben, indem 
das Beste an der Farbe gewiss nicht minder als die Erfin- 
dung und Zeichnung der bessern spätrömisehen Zeit angehört. 
Allerdings aber hat sich die Farbe im Allgemeinen länger 
gesund erhalten als die Zeichnung; besonders liegt in der 
Art des Auftrages eine Sicherheit und Gewandtheit, die neben 
der sonstigen absoluten Erstarrung Staunen erregt. Schon 
die Farbenstoffe der Miniaturen scheinen mit chemischer
        

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