Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Franz Kugler's Handbuch der Geschichte der Malerei seit Constantin dem Großen
Person:
Kugler, Franz Blomberg, Hugo/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1158704
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1160028
ä- 21 
Art 
der 
Verbreitung. 
Tradition. 
91 
Studien in den Irlauptpläitzen oströinischer Kunstthätigkeit ge- 
macht haben. Auf diese Weise ergaben sich nähere und ent- 
ferntere Grade der Abhängigkeit, von dem unmittelbaren 
Schulverband mit Byzanz bis zum blos oberflächlichen byzan- 
tinischen Einfluss. Endlich werden wir zu zeigen haben, 
dass und wesshalb gradc der byzantinische Styl in seinem 
 mit. dem damaligen Culturzustande der äiusser- 
lieh nlittheilbal-Stc War, den die Kunstgeschichte der höher 
civilisirten Völker kennt, so dass eine Mittheilung aus dritter 
Hand, z. B, durch den abendländischen Schüler eines abend- 
ländischen Malers, der vielleicht nur kurze Zeit Schüler eines 
eingewanderten Griechen gewesen, von den ursprünglichen 
Vorbildern in Byzanz nicht sehr weit abweicht. 
ä. 22. Die unläugbaren Vorzüge, WGlClIG Byzanz in Be- 1. 
treff der "Malerei vor dem Abendlande voraus hatte, bestanden 
in der durch keinen Barbareneinfall unterbrochenen, völlig 
ungestörten Üeberlieferung und Weiterbildung (oder Ver- 
bildung) der alten Kunst und in der fortwährenden Ucbung 
der Technik durch grossartige öffentliche Aufgaben, womit. 
auch die Richtung auf Sauberkeit und Eleganz der Aus- 
führung, wie sie der grossstädtische Luxus verlangt, Hand 
in Hand ging. Mag auch die Coinposition von der des Alter- 
thunis himmelweit abweichen, mag sich in den schweren, 
düstern, laekirten Farben auch gar keine Aehnliehkeit mit 
der flüchtigen Anniuth des Farbenaultrages altrömischer "Vllerlze 
zeigen, so war es doch von grossem Werthe, dass ein Ort in 
der Welt bestand, wo die künstlerische Ausführung im 
Grossen nie gesteckt hatte, grade wie es für das Staats- und 
Rechtswesen des frühern abendländischen Mittelalters Wichtig 
war, an Byzanz eine ungestörte Norm und Regel für streng 
geordnete Zustände zu besitzen.  Allein keine Kunst lebt 2. 
von Ueberlieferung und massenhaften Aufgaben allein; ihre 
eigentliehste Existenz fliesst ihr mittelbar aus den tausend 
geistigen Quellen zu, welche wir unter dem Ausdruck des 
nationalen Lebens im weitesten Sinne zusammenfassen, und 
diese Quellen waren in Byzanz sämmtlich arg getrübt oder 
versiegt. Es sind die ausgelebtesten Formen der alten Welt,
        

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