Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015744
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Geschichte 
Span. 
des 
Geistes 
Vertreibung wurde dies Alles mit einem Schlage zerstört und 
meistentheils für immer. Denn die Spanischen Christen hielten solche 
Beschäftigungen unter ihrer Würde. Nach ihrer Meinung waren 
Krieg und Religion die einzigen beiden Berufsarten, diees ver- 
dienten, dass man sich ihnen widme. Für den König zu fechten 
oder in die Kirche zu treten War ehrenvoll, alles Andere gemein 
und schmutzig. 14") Als daher die Moriscos aus Spanien hinaus- 
gestossen waren, konnte Niemand ihre Stelle einnehmen; Künste 
und Fabriken entarteten oder gingen gänzlich verloren, und un- 
geheure Strecken culturfäthigen Landes blieben unangebaut. Einige 
der reichsten Gegenden von Valencia und Granada geriethen so in 
Verfall, dass es an Mitteln fehlte, auch nur die dünne Bevölkerung, 
die dort übrig geblieben war, zu ernähren. 15") Ganze Bezirke 
wurden plötzlich wüst und sind bis auf den .heutigen Tag nie 
wieder bevölkert worden. Diese Wüsteneien bildeten eine Zuflucht 
für Schmuggler und Räuber, dieNachfolger der gewerbiieissigen 
m) Die Verniinftigeren unter den Spaniern sehen mit Bedauern diese Verachtung, 
die ihr Volk für alle Arten nützlicher _Industrie hegt. Siehe Oampomanes, Ealueacinn 
Popular, p. 128, und Sempere, Monarchie Espagnole, II, 277, 278. Ein Reisender, 
der Spanien 1669 besuchte, sagt von dem Volk „ils meprisent tellement le travail, 
que 1a. plüpart- des artisaus sont wätrangers." Voyayes faits m divers Tenzps pur M. 
Mäßig", Amsterdam 1700, p. 80. Ein andrer, zwischen 1693 und 1695, sagt: „they 
think it below the dignity of a Spaniard to labour and provide for the future." 
Trewcls by a Genllemrm (by Bromleyä), London 1'702, p. 35. Ein dritter Beobachter 
aus dem Jahre 1679 versichert uns „i1s souifrent plus aisömellt 141 füim et les autres 
neeessites de 1a vie, qne de travailler, disent-ils, eomme des merceneires, ee qui n'ap- 
partient qu'ä des Eselaves." Dbiulazoy, Relation du Voyage Wßspagne, Lyon 1693, 
II, 3691, 370. Weitere Aufklärung über diesen Punkt giebt Labat, Voyages en 
Espagne, Paris 1730,11, 285, 286. Capmavzy, Qüestioozes Uritieas, p. 43, 49, 50, 
Lalwordlfs Spam, I, p. 50. Runlväs ößanisla Eßnpire, p. 103. Townaendk Journey 
through Spam, II, 240, 241. 
45") "Pudo, pues, deeirse eon razon de nuestra putria, que de Arabia Feliz se 
habia eonvertido en Arabia Desierta, y de Valeneia _en perticular, que el bello jardin 
de Espaüa se habia eonvertido en päramo seco y deslueido. Dejöse en breve sentir 
en todas partes el azote del hambre; y a1 alegre bullieio de las pohlaeiones sucediö 
e1 melancölieo silencio de los despobludos, y a1 freeuente eruzar de los labradores y 
trajineros por los caminos siguiö el peligroso encuentro de los salteadores que los in- 
feStß-ban, abrigändose en las ruinas de los pueblos desiertos." Jener, Oondicion de los 
xUoriscos, p. 100, Sighe aIuQh Dunlogfs Memoirs, I, 16. Caznpomanes sagt: „E1 grau 
nümero de artesanos, que salieron eon 1a expulsiün de los moriscos, eausö un: golpe 
mortal ä las manufaeturas, y ä 1a labranza." Apemiiee ä Za Educaeion Popular, I, 13. 
Und 268, „E1 punto de deeadeneia de nuestres manufaeturas, puede iixarse desde el 
ade de 1609, en que tubo principio 1a expulsien de los Moriseos."
        

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