Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015621
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des 
Geschichte 
Geistes. 
Span. 
und unter derselben Regierung bezeichneten sie diese neue Epoche 
ihrer Macht dadurch, dass sie mit der erschrecklichsten Barbarei 
die Vertreibung der ganzen Maurischen Nation durchsetzten. Diese 
Handlung War schon an sich so abscheulieh, m) und in ihren 
Folgen so furchtbar, dass einige Schriftsteller ihr allein den darauf 
folgenden Sturz Spaniens zugeschrieben haben. Sie vergessen, 
dass auch noch andre viel mächtigere Ursachen wirksam waren und 
dass dies unerhörte Verbrechen nur in einem Lande begangen 
werden konnte, welches aus langer Gewohnheit die Ketzerei als 
die abscheulichste aller Unthaten ansah und daher bereit war, 
koste es was es wolle, das Land zu reinigen und sich von Men- 
schen zu befreien, deren blosse Gegenwart für eine Beschimpfung 
des christlichen Glaubens galt. 
Nach der Unterwerfung des letzten Mahomedanischen König- 
reichs in Spanien gegen das Ende des 15. Jahrhunderts machten 
siehe die Spanier zur Hauptaufgabe, die zu bekehren, die sie 
unterworfen hattenflß) Sie glaubten, das künftige Wohl eines 
ganzen Volks stehe auf dem Spiele; nun fanden sie, dass die 
Ermahnungen ihrer Geistlichkeit nicht anschlugen, sie griffen daher 
zu andern Mitteln und verfolgten, wo sie nicht bekehren konnten. 
Einige marterten, andre verbrannten, alle bedrohten sie, und so 
gelang es ihnen am Ende; nach dem Jahre 1526, hören wir ver- 
sichern, war kein Mahomedancr in Spanien, der nicht zum Christen- 
thum bekehrt worden Ware. m) In grosser Menge wurden sie mit 
m) „Le cardinal de Richelieu, qui nüätoit pas tres susceptible de pitic, Fappelle 
'1e plus hardi et- le plus barbare conseil dont l'histoire de tous les siecles precedens 
fasse mentionf" Sismendi, Histoire des Franga-is, XXII, 163, Paris 1839. 
m) „Porque los Reyes queriendo, que en todo el Reine fuesen Christianes, em- 
biaron ä Frai Francisco Ximenez, que fue Arzobispo de Toledo i Cardinal, para que 
los persuadiese. Mas ellos, gente dura, pertinaz, nuevamente conquistada, estuvieron 
recios." Mendoza, Gueww de Grenada que hizo Felipe II. contra las Moriscos, 
Valencia 1776, 4to, p. 10. Dieser Autor wurde Anfangs des 16. Jahrhunderts zu 
Granada, wo er lauge Zeit lebte, geboren. 
'94) „L'ann6e 1526 vit donc disparaitre dans toutes les parties de PEspagne les 
signes exterieurs de Fislamisme." Oircozort, Ilistoire des Ambes dZElspagne, Paris 1846, 
II, 220. Lafuente (Hisioria de Espaäa, X, 132) sagt von dem Jahre 1502: „desde 
entonces, por primera vez a1 cabo de ocho siglos, no quedö un solo habitante en 
Espaüa que esteriormentc diera eulto ä. Mahomau" aber XI, 447 sagt er 1524: 
gvolvieron inmediatamente ä. sus ritos y ceremonias muslimicas." Da. Herr von Gircourt 
alle Materialien sehr genau kannte, die Lafuente benutzt und dabei ein viel besserer 
Kritiker ist, so ist seine Angabe wahrscheinlich die richtige.
        

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