Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020927
582 
Untersuchung 
des 
Schott. 
während 
Geistes 
des 
Jahrh. 
und sollen uns hier nicht in den Weg treten. Sie eigneten sich 
für jene alten und barbarischen Zeiten, als die Menschen ihre 
Gedanken noch nicht sichten und darum ihren Glauben noch nicht 
reinigen konnten. Jetzt aber sind sie ein Misston in unserem Ohr. 
Sie stimmen nichttzu unserem übrigen Wissen, sie sind unharmo- 
nisch und ausser Zusammenhang. Alles ist ihnen entgegen. Sie 
stehen allein und es ist nichts mehr übrig, womit sie zusammen- 
stimmen. Der ganze Zweck und die ganze Richtung des modernen 
Denkens zwingt uns Begriffe von Regelmässigkeit und Gesetz 
auf, denen sie entschieden widerstreiten. Und selbst die ihnen 
anhängen, thun es mehr, weil sie der Ueberlieierung folgen, 
als aus ganzem unbeirrtem Glauben. Jener kindliche zweifellose 
Glaube, mit dem die Lehre von den göttlichen Eingriffen einst auf- 
genommen wurde, ist einer kalten leblosen Zustimmung gewichen, 
die von dem Enthusiasmus früherer Zeiten sehr verschieden ist. 
Bald wird auch sie verschwinden und die Menschen werden nicht 
länger vor Spukgestalten erschrecken, die ihre eigene Unwissenheit 
vor ihnen aufgerichtet hat. Vielleicht wird unsere Zeit diese Be- 
freiung nicht erleben, aber so gewiss als der menschliche Geist 
vorwärts schreitet, eben so gewiss wird sie eintreten. Sie mag 
schneller kommen, als es irgend Jemand erwartet, denn wir gehen 
weit und rasch vorwärts. Die Zeichen der Zeit winken von allen 
Seiten und wer da will, mag sie entziffern. Die feurige Schrift 
erscheint auf der Wand, der Spruch ist gesprochen, das alte Reich 
soll über den Haufen geworfen werden, die Herrschaft des Aber- 
glaubens, die schon zerfällt, soll zusammenbrechen und in den 
Staub rollen; und an dem neuen Leben, welches in die verwirrte 
chaotische Masse gehaucht wird, soll es sich klar oüenbaren, dass 
von Anfang an kein Misston, 'keine Unangemessenheit, keine Unord- 
nung, keine Unterbrechung, keine Einmischung von Oben statt- 
gefunden hat, sondern dass alle Begebenheiten um uns her, selbst 
bis zu den aussersten Grenzen der materiellen Welt nur verschiedene 
Theile eines einzigen Systemes sind, welches von einem einzigen 
herrlichen Princip allgemeiner unverrückter Regelmässigkeit durch- 
drungen ist. 
(oojrxooj 
Gedruckt bei E. 
Polz in Leipzig.
        

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