Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015489
38 
des 
Geschichte 
Spin 
Geistes 
Verlaufs der Angelegenheiten, dessen wir eben gedacht, war der 
Spanische Thron beständig mit talent- und einsichtsvollen Königen 
besetzt. Ferdinand und Isatbella, Karl V. und Philipp II. bildeten 
eine Reihe von Regenten, die in einem gleich langen Zeitraum in 
keinem andern Lande ihres Gleichen finden. Durch sie Wurden 
jene grossen Unternehmungen ins Werk gesetzt, und unter ihrer 
Obhut stand Spanien in einer scheinbaren Blüthe. Was aber er- 
folgte, als sie die Bühne verliessen, zeigte, wie künstlich dies 
Alles gewesen und wie bis aufs Mark verrottet ein Regierungs- 
system ist, das aufgepfropft werden muss, ehe es gedeihen kann, 
das auf Unterthänigkeit und Ehrfurcht des Volks beruht und daher 
mit seinen Erfolgen nicht von der Fähigkeit der Nation, sondern 
von der Geschicklichkeit derer abhängt, denen die Interessen der 
Nation anvertraut sind. 
Philipp II., der letzte grosse König von Spanien, starb 1598, 
und nach seinem Tode trat der Verfall mit verhängnissvoller Schnelle 
ein. 79) Von 1598 bis 1700 sassen Philipp IIL, Philipp IV. und 
Karl II. auf dem Thron; der Gegensatz, den sie zu ihren Vor- 
gängern bildeten, War höchst überraschend. so) Philipp III. und 
Philipp IV. waren faul, unwissend, unschlüssig und brachten ihr 
Leben in den niedrigsten und sehmutzigsten Vergnügungen hin. 
Karl II., der letzte aus dem östreiehischen Geschlecht, das sich 
lässt aber nicht die allgemeine Anwendung zu, in der Sempere sie nehmen will; denn 
in England und den Vereinigten Staaten von Amerika ist der Nationalwohlstand in 
stetigem Wachsen gewesen, selbst wenn die Regenten sehr unfähige Männer waren. 
 79) "With Philip II. ends the greatness cf the kingdom, which from that period 
declined with fearful rapidity." Dunhamfs .Histnry of Spain, V, 87. Und Ortiz 
(Oampmdio, VII, Prologo, p. 6) stellt zusammen „la mnerte de Felipe II. y principios 
de nuestra decadencia." Derselbe verständige Historiker bemerkt VI, 211: Wäre 
Philipp III. seinem Vater gleich gekommen, so würde Spanien fortgeblüht haben. 
Neuere Spanische Schriftsteller haben mit Rücksicht auf die starken Ausgaben, die 
Philipps II. Politik herbeigeführt, und auf die Schulden, die er machte, den Verfall 
mit seinen letzten Regierungsjahren beginnen lassen. Aber kein grosses Volk wurde je 
und wird'nie durch die Verschwendung seiner Regierung gestürzt. Sie kann allge- 
meine Uebelstände erzeugen und darf daher nicht geduldet Werden; aber, wäre hier 
der Ort, so könnte ich leicht zeigen, dass grössere und dauernde Uebel, ausser der 
Unbequemlichkeit, bei weitem nicht in dem Maasse daraus folgen, wie man gewöhn- 
lich annimmt.  " 
80) "Abstraido Felipe III. en devocicnes, amante Felipe IV. de regocijos, morti- 
ücado Carlos II. por padecimientos, cuidüronse poeo ö nada. de 1a gobernacion del 
Estado, y eonfläronla s valides altsneros, codiciosos, incapaces, y de muy funegtß, 
memoria." Rio, Historie ziel Reinado Zle Carlos III., Madrid 1856, I, 33.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.