Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020878
während 
des 
577 
Der Minister des Innern gab daher dem Presbyterium den Rath, 
es sei besser die Reinigung vorzunehmen als das Fastell- Da die 
Pest über sie komme, sei Thatkraft besser als Busse. Es sei jetzt 
Herbst und ehe die Hitze wiederkehre, werde eine ziemliche Frist 
Vßrstlßißhßll- Diese Sollte zur Ausrottung der Ursachen der Krank- 
heit verwendet werden durch Verbesserung der Wohnungen der 
Armen. Würde dies gethan, so würde alles gut gehen. Sonst 
würde die Pest sie unfehlbar wieder heimsuchen, "trotz"  ich 
führe seine Worte an  „trotz alles "Betens und Fastens einer 
vereinigten aber unthätigen Nationßm")  
Dieser Briefwechsel des Schottischen Clerus und des Englischen 
Ministers ist nicht als eine blos vorübergehende Episode eines un? 
wichtigen Zeitinteresses anzusehen. Im Gegentheil, er repräsentirt 
den furchtbaren Kampf zwischen Theologie und Wissenschaft, der 
mit der Verfolgung der Wissenschaft und mit dem Märtyrthum 
wissenschaftlicher Männer begonnen hat, in unseren Tagen aber 
eine glücklichere Wendung nimmt und jetzt offenbar den alten 
theologischen Geist zerstört, der so viel Elend und Verderben über 
die Welt gebracht hat. Der alte Aberglaube, der einst allgemein 
war, jetzt aber wenn auch langsam doch sicher ausstirbt, stellte 
die Gottheit als immer im Zorne dar, sie liess Gott Gefallen daran 
finden, dass seine Geschöpfe sich erniedrigten und plagten, und 
liess ihn sich freuen über ihre Opfer und ihre Düster-heit, und ihn, 
was sie auch thaten, die schmerzlichsten Strafen über sie verhängen, 
unter denen die verschiedenen Formen der Pest sich auszeichnen. 
Durch Wissenschaft und nur durch Wissenschaft lassen sich diese 
furchtbaren Phantasien vertreiben. Ereignisse, die früher für über. 
natürliche Heimsuchungen galten, erkennt man jetzt als Wirkungen 
natürlicher Ursachen und können auf natürliche Weise abgewendet 
Werden. Die Menschen sagen sie vorher und Menschen wissen sie 
zu behandeln. Sie sind die unvermeidliche Folge ihrer Anteceden- 
309) "Lord Palmerston would, therefore, suggest that the best course which the 
people of this counfry can pursue to deserve that the further progress of the cholera 
should be stayed, will be to employ the interval thut will elapse between the present 
time and the beginning of next spring in planning and executing measures by which 
those portions of their towns and cities which are inhabited by the poorest classes, 
and which, from the nature of things, must most necd purification and improvement, 
may be freed from those causes and sources of contagion which, if allowed to remain, 
will infallibly breed pestilence, und be fruitful in death, in spite of all the prayers 
and fastings of a united, but inactive nation." 
Buckle, Gesch. d. Civilisation. II. 37
        

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