Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020816
des 
während 
18. J ahrh. 
571 
nicht die Möglichkeit, unmittelbar etwas für das öffentliche Wohl 
zu thun, vor sich sieht. Mir scheint dies jedoch ein engherziger 
Gesichtspunkt, und ich glaube, es ist die erste Piiicht eines Jeden, 
sich Allem, was er für falsch hält, offen zu widersetzen, und wenn 
er das gethan hat, den Folgen seines Betragens ihren Lauf zu 
lassen. Die Versuchung zu dem entgegengesetzten Verfahren ist 
freilich immer sehr stark; und in einem Lande wie Schottland 
halten sie Viele für unwiderstehlich. In keinem anderen protestan- 
tischen Lande, ja nicht einmal in einem katholischen, ausser in 
Spanien, wird ein Mann von bekanntem Unglauben ein so unbe- 
hagliches Leben führen. In einigen grossen Städten mag er viel- 
leicht ungestraft davon kommen, wenn seine Ansichten nicht zu 
kühn sind und nicht zu offen ausgesprochen werden. Ist er 
schüchtern und schweigsam, so mag man seine Ketzerei vielleicht 
übersehen. Aber selbst in grossen Städten ist Straflosigkeit die 
Ausnahme, nicht die Regel. Ja sogar in der Hauptstadt Schott- 
lands, in dem Mittelpunkt der Intelligenz, die sich einst rühmte 
das moderne Athen zu sein, wird bald ein Geflüster im Umlauf 
sein, der oder der sei zu meiden, weil er ein Freidenker sei, als 
wäre freies Denken ein Verbrechen oder Ware es nicht besser, ein 
freier als ein sklavischer" Denker zu sein. 'In anderen Gegenden, 
d. h. in Schottland überhaupt, ist der "Zustand der Dinge noch 
weit ärger. Ich spreche nicht nach unbestimmten Gerüchten, son- 
dern was ich sage, existirt wirklich im gegenwärtigen Augenblick, 
ich stehe für die Wahrheit ein und mache mich dafür verantwort- 
lich. Ich fordere jeden auf, der es kann, mir zu widersprechen, 
wenn ich behaupte, dass in dem gegenwärtigen Augenblick fast 
überall in Schottland mit Fingern auf jeden gewiesen wird, der in" 
der Ausübung seines heiligen unveräusserlichen Rechtes des freien 
Urtheils sich bei den religiösen Begriffen nicht beruhigen und die 
religiösen Gebräuche nicht mitmachen will, Welche zwar die Zeit 
geheiligt hat, von denen aber viele der Vernunft widerstreben, 
wenn sie auch alle, so unvernünftig sie immer sein mögen, von 
dem Volke mit düsterer und unbeugsamer Hartnäckigkeit festge- 
halten werden. Ich weiss, diese Worte werden in Schottland weit 
umher gelesen und verbreitet werden, ich bin natürlich nicht ge- 
neigt, mir die Feindschaft einer Nation zuzuziehen, deren viele 
echte und schatzbare Eigenschaften ich aufrichtig anerkenne; aber 
dennoch sage ich mit voller Ueberlegung, in keinem civilisirten 
Lande Wird die Duldung so wenig verstanden und. in keinem ist
        

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