Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020803
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xtersuchung des 
Schott. 
Geistes 
für den Freihandel günstig gestimmt. Denn wir sahen darin ein 
Mittel, Jeden mit dem Seinigen machen zu lassen was er wollte. 
Aber sich einzubilden, dass gewöhnliche Menschen ein solches Werk, 
wie der "Nationalreichthum, zu bemeistern im Stande wären 
und seinen langen und verwickelten Erörterungen ohne Verwirrung 
folgen könnten, ist einfach abgeschmaokt. Es ist von vielen Tau- 
senden gelesen worden, die seine Folgerungen annahmen, weil sie 
ihnen gefielen, d. h. blos weil die Bewegung der Zeit in dieser 
Richtung ging. Das andere grosse Werk von Adam Smith, die 
Theorie der sittlichen Gefühle, hat nur auf wenige Meta- 
physikei- einen Einfluss ausgeübt, obgleich sein Styl nach Einigen 
den des Nationalreichthums übertrifft und es gewiss leichter 
zu verstehen ist. Ausserdem ist es auch viel kürzer, keine geringe 
Empfehlung für viele Leser, und es handelt von höchst interessanten 
Gegenständen, mit denen die Gefühle eines Jeden vertraut sind. 
Aber das Zeitalter machte sich nichts aus seinen Resultaten, und 
vernachlässigte daher seine Argumente. Der Nationalreich- 
thum hingegen stimmte mit der allgemeinen Richtung überein und 
hatte daher den höchsten Erfolg. Es setzte sehr bald nicht nur 
die Gelehrten, sondern sogar die Staatsmänner und Politiker in 
Bewegung; sie "brachten am Ende seine Hauptrathschläge in An- 
wendung. Und doch beweisen ihre Gesetze und ihre Reden zum 
Ueberfluss, dass sie die grossen Principien, die ihm zum Grunde 
liegen, und .von denen der Freihandel nur eine geringe Zugabe ist, 
nie bemeistert haben. 
Ausser dem Nationalreichthum linden Wir nun, that die 
Schottische Literatur des 18. Jahrhunderts für Schottland als Ganzes 
fast gar nichts. Wer je in dem Lande gelebt und seine Sitten 
und noch vorherrschende Geistesriehtung beobachtet hat, wird nur 
zu klar eingesehen haben, wie seine Literatur in ihrerwgrossen 
Aufgabe, den Aberglauben zu schwächen, gescheitert ist. Viele 
talentvolle und aufgeklärte Männer, die dort leben, sind durch den 
allgemeinen Geist so eingeschüchtert, dass sie um ihrer eigenen 
Ruhe und -um des Friedens ihrer Familien willen keinen Wider- 
stand leisten, sondern sich Allem schweigend unterwerfen, was sie 
von Herzen verachten. Dass sie dies nicht thun sollten, ist zum 
wenigsten meine feste Ueberzeugung; obwohl ich weiss, dass Vißlß 
aufrichtige und in jeder Hinsicht urtheilsfähige Männer der Ansicht 
sind, dass Niemand die Pflicht habe, sich zum Märtyrer zu machen 
oder seine persönlichen Interessen aufs Spiel zu setzen, wenn er
        

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