Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020735
des 
während 
J ahrh. 
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ausserdem von grossem Interesse für Alle ist, welche in ihrer Er- 
forschung menschlicher Dinge unter die Oberfläche und Symptome 
dessen, was vorgeht, einzudringen Wünschen. 
"Wenn wir einen allgemeinen Ueberblick über die Länder thun, 
wo Wissenschaft gepflegt worden ist, so werden wir finden, überall, 
wo die deduotive Methode der Forschung vorherrschte, sind die 
Kenntnisse zwar oft vermehrt und aufgehäuft worden, aber niemals 
zu einer weiten Verbreitung gelangt; wo hingegen die inductive 
Methode vorgeherrscht hat, ist die Verbreitung des Wissens immer 
bedeutend oder jedenfalls ohne Vergleich grösser gewesen als da, 
wo die Deduction herrschte. Dies bewährt sich nicht nur in ver- 
schiedenen Ländern, sondern auch in verschiedenen Perioden des- 
selben Landes. ES bewährt sich selbst an verschiedenen Individuen 
derselben Periode und desselben Landes. Wenn in irgend einer 
civilisirten Nation zwei Männer von gleicher Begabung irgend einen 
neuen und auffallenden Schluss ziehen wollten, und der Eine ihn 
durch Argumentation aus Gedanken oder allgemeinen Principien, 
der Andere aus besonderen und sichtbaren Thatsachen vertheidigte, 
so leidet es keinen Zweifel, dass unter übrigens gleichen Umständen 
der letzteredie meisten Anhänger gewinnen würde. Seine Ansicht 
würde sich leichter verbreiten, einfach weil ein directes Berufen 
auf handgreifliche Thatsachen auf die Masse einen unmittelbaren 
Eindruck macht, während die Berufung auf Principien jenseits 
ihrer Fassungskraft liegt, und da sie keine Sympathie damit fühlen, 
sind "sie geneigt sie lächerlich zu machen. Thatsachen scheinen 
Jedem einzuleuchten und sind unwiderleglich; Prinoipien liegen 
nicht so auf der Hand, werden oft bestritten und haben für die,_ 
denen sie unzugänglich_sind, den Schein der Unwirklichkeitnnd 
des Nebelhaften, wodurch ihr Einfluss geschwächt wird. Daher 
ist die inductive Wissenschaft, die den Thatsachen allemal den 
ersten Platz einräumt, wesentlich populär, und hat die unzählige 
Menge von Leuten auf ihrer Seite, die von dem grübelnden und 
diftelnden Unterricht der deductiven Wissenschaft nichts hören 
mögen. Daher finden wir auch geschichtlich festgestellt, dass die 
Einführung der modernen inductiven Philosophie mit ihren mannig- 
faltigen anziehenden Experimenten, mit ihren materiellen Anwen- 
dungen und ihrer beständigen Berufung auf die sinnliche Anschauung 
genau mit dem Erwachen des öffentlichen Geistes Verbunden ist 
und mit dem Geist der Forschung und der Liebe zur Freiheit zu- 
sammenfallt, die seit dem 16. Jahrhundert ununterbrochen fort- 
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