Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020607
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I ntersuchun g 
des 
Schott. 
Geistes 
Krankheit, dass er in diesem Fache sicherlich ohne Nebenbuhler 
dasteht. Als Physiolog steht ihm Aristoteles gleich, wenn er ihn 
nicht übertriift, aber als Patholog steht er allein, wenn wir bedenken 
was die Pathologie war, als er sie vorfand, und was sie war, wie 
er sie zurückliessm) Nach seinem Tode hat der rasche Fortschritt 
der pathologischen Anatomie und Chemie einige seiner Lehren 
modifizirt und einige von ihnen über den Haufen geworfen. Dies 
ist das Werk untergeordneter Männer gewesen, die aber bessere 
chemische und mikroskopische Mittel in ihrer Gewalt hatten. Der 
Ausdruck, dass John Hunter's Nachfolger unter ihm stehen, thut 
ihren Talenten keinen Abbruch, denn er war eine von den äusserst 
seltenen Erscheinungen, die nur in sehr langen Zwischenräumen 
auftreten und alsdann das Gebäude des Wissens umformen. Sie 
revolutioniren unsere Denkweise, sie regen den Verstand zur Em- 
pörung auf, sie sind Rebellen und Demagogen der Wissenschaft. 
Und obgleich die Pathologen des. 19. Jahrhunderts einen beschei- 
deneren Weg genommen haben, müssen wir uns gegen ihre Ver- 
dienste nicht verblenden, noch undankbar gegen ihre Leistungen 
werden. Wir können uns jedoch nicht zu oft daran erinnern, dass 
die grossen Männer und die einzigen Wohlthater des Menschen- 
geschlechts, die es auf die Dauer sind, nicht die grossen Experi- 
mentatoren, noch die grossen Beobachter, noch die sehr Belesenen, 
noch die sehr Gelehrten, sondern die grossen Denker sind. Der 
Gedanke ist der Schöpfer und Beleber aller menschlichen Angelegen- 
heiten. Handlungen, Thatsachen und äussere Manifestationen jeder 
Art triumphiren oft eine Zeitlang; aber es ist der Fortschritt in 
Gedanken, welcher schliesslich den Fortschritt der Welt bestimmt. 
Werden die Ideen nicht verändert, so ist jede andere Aenderung 
oberflächlich und jede Verbesserung fraglich. Es ist jedoch oifen- 
bar, dass bei dem gegenwärtigen Zustande unseres Wissens alle 
Gedanken über die Natur sich entweder auf das Normale oder 
Anormale beziehen müssen. Das heisst, sie müssen sich entweder 
979) Abernethy sagt: "He appears to me as a. new character in our profession; 
and, brieily to express his peculiar merit, I may call him the first anrl great physio- 
nosologist, or expositor of the natura of disease." Abemethyäv Hunterian Oration, 
p. 29, London 1819. "He may he regarded as the ürst who applied the great truths 
of anatomical and physiological science to these most important subjects, by tracing 
the proeesses which natura employs in the construction of organic chauges, in building 
up new formations, and in repairing the effects of injury or disease." Hodysorfs 
Eunterian Orwtion, 1855, p. 32.
        

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