Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020474
während 
des 
Jahrh  
537 
ist; ja sie war so allgemein, dass von dem Jahre 1727 bis nahe 
zum Schluss des Jahrhunderts unser Vaterland in keinem Zweige 
des Wissens einen Denker besass, der Kraft genug hatte sich über 
die beschrankten Gesichtspunkte zu erheben, welche damals für 
die höchste Weisheit galtenfßg) Unser Wissen erhielt grossen 
Zuwachs, aber seine äussersten Grenzen wurden nicht erweitert, 
obgleich ein Zuwachs interessanter und werthvoller Einzelheiten 
stattfand, und obgleich mehrere unbedeutende und naheliegende 
Naturgesetze abstrahirt wurden, so müssen wir doch zugestehen, 
dass die erhabenen Gedanken, welche wir dem 17. Jahrhundert 
schuldig sind, stationär blieben, und dass kein Versuch gemacht 
wurde, über sie hinauszugehen. Als John Hunter 1748 nach London 
kam, war Newton mehr als 20 Jahre todt, und das Englische Volk, 
in praktische Bestrebungen verloren und jetzt zuerst in ein politisches 
Leben eintretend, war mehr als je Untersuchungen abgeneigt worden, 
die ohne Rücksicht auf Nutzen nach Wahrheit strebten, und hatte 
sich daran gewöhnt, die Wissenschaft vornehmlich wegen des direeten 
und handgreitliehen Vortheils zu schätzen, den es aus ihr zu ziehen 
hoffte. 
Dass diese Verhältnisse auf Hunter gewirkt haben müssen, 
wird Jedem einleuchten, der nur bedenkt, wie unmöglich es für 
jeden Einzelnen ist, sich dem Druck einer gleichzeitigen Gedanken- 
welt zu entziehen. Da ihm aber seine ersten Eindrücke eine andere 
Richtung gegeben hatten, so sehen wir ihn während seines langen 
Aufenthalts in England unter dem Einfluss zweier streitenden Machte. 
Sein Geburtsland machte ihn deductiv, sein Adoptivland inductiv. 
Als Schotte zog er das Schliessen aus allgemeinen Principien auf 
besondere Thatsachen vor, als Bewohner von England gewohnte 
er sich an das entgegengesetzte Verfahren, nämlich aus besonderen 
Thatsachen auf allgemeine Principien zu schliessen. Ueberall 
räumt man dem den ersten Platz ein, was am meisten geschätzt 
wird. Die Engländer haben mehr Achtung vor den Thatsachen 
als vor den Principien, daher beginnen sie mit den Thatsachen. 
Die Schotten halten die Principien für die Hauptsache, daher be- 
ginnen sie mit den Principien, und ich zweifle nicht, dass Huntefs 
Dunkelheit mit davon herkommt, dass sein Geist bei solchen Gelegen- 
heiten zwischen beiden Methoden getheilt war, dass er sich bald 
'39) Siehe Bucklds Geschichte der Oivilisation, 
merkung 131 und 2 Seiten Text. 
Band I, 
Ahth. 
KßP' 
XIV,
        

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