Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015436
T0 m 
zur Blüte 
bis 
des 
Jahrh. 
33 
der Unterthänigkeit zu entdecken, zweier der mächtigsten und 
uneigennützigsten Gefühle, welche jemals das menschliche Herz 
erfüllt haben, und deren vereinigtem Wirken wir augenscheinlich 
die Hauptereignisse der Spanischen Geschichte zuschreiben müssen. 
Die Ergebnisse dieser Verbindung waren eine ziemlich lange 
Zeit hindurch anscheinend wohlthätig und ohne Zweifel glänzend. 
Denn die Kirche und die Krone machten gemeinschaftliche Sache, 
wurden dabei durch den aufrichtigen Beistand des Volks belebt, 
Waren mit ganzer Seele bei ihren Unternehmungen und entwickel- 
ten einen Eifer, dem der Erfolg nicht wohl fehlen konnte. Die 
Christen rückten allmählich aus dem Norden Spaniens vor, erkämpf- 
ten sich ihren Boden Fuss für Fuss, rückten vor, bis sie die Süd- 
spitze erreicht hatten, unterwarfen die Mahomedancr gänzlich und 
brachten das ganze Land unter Einen Scepter 'und unter Einen 
Glauben. Dieser grosse Erfolg wurde am Ende des 15. Jahrhun- 
derts erzielt, und warf einen ausserordentlichen Glanz auf den 
Spanischen Namenßä) Während seiner langen Beschäftigung mit 
innern Religionskriegen war Spanien bis zu diesem Augenblick 
von fremden Mächten wenig beachtet worden, und hatte wenig 
Musse gehabt, sie zu beachten. Nun bildete es aber eine feste, 
ungetheilte Monarchie, und nahm sogleich eine bedeutende Stellung 
in den Europäischen Angelegenheiten einÄG) Im Lauf des folgen- 
den Jahrhunderts wuchs seine Macht mit einer Schnelligkeit, von 
der die Welt seit den Tagen des Römischen Reichs kein Beispiel 
gesehen hatte. Noch 1478 war Spanien in unabhängige und oft 
einander feindselige Staaten zerstückelt; Granada war im Besitz 
75) "Oon razon se mirö 1a conquista. de Granada, no como un acontecimiento 
puramente espaiol, sino como un suceso que interesaba al-mundo. Con razon tambien 
se regocijö toda 1a cristiandad. Hacia medio siglo que otms mahometanos se habian 
apodemdo de Constantinopla; 1a caida de 1a capital y del imperio bizantino en poder 
de los TmcoÄhabia llenado de terror ä. 1a Europa; pero 1a Europa se eonsolö a1 saher 
que en Espaüa habiu concluido 1a dominacion de les musulmenes." Lufuente, Historia 
'19 Eßrßüwßil, 15. 
75) vUEspagne, long-temps partagäe eu plusieurs ätats, et comme ätrangere au, 
raste de l'Europe, devint tout-ä-coup une puissance redoutable, faisant pencher pou_r 
e11e 1a balance de 1a! politique." Koch, Tableau des Rrholuiions de l'Europe, Paris 
1823, I, 362. Ueber die Beziehung dieses Verhältnisses zu einigen Veränderungen in 
der Litteratur, die damit correspondiren, siehe Bouterwekü History of Spanish Litera- 
ture, I, 148-152, wo sich einige geistreiche, obgleich kaum haltbare Betrachtungen 
finden. 
Buckle, Gesch. d. Civilisation. I1. 3
        

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