Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020369
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Schott. 
Untersuchung des 
Geistes 
Studium der menschlichen Natur vereinfachte, indem er das Wohl- 
Wollen ganz aus ihr entfernte. Aber dieser Weitsehende Denker 
sorgte dafür, in seiner Theorie der sittlichen Gefühle der 
menschlichen Natur die Eigenschaft wieder zu geben, welche er 
ihr in seinem Nationalreichthum genommen hatte, und durch die 
Aufstellung dieses doppelläufigen Arguments umfasste er den ganzen 
Gegenstand. Ebenso hätte Cullen, nachdem er eine Theorie der 
Krankheit aus den festen Bestandtheilen hergeleitet, eine andere 
Theorie aus den flüssigen Bestandtheilen herleiten müssen; und die 
Nebeneinanderstellung dieser beiden Theorien hätte eine so voll- 
ständige Wissenschaft der Pathologie aufstellen können, als es der 
damalige Zustand des Wissens erlaubten-ä) Aber dem war sein 
Geist nicht gewachsen. Zwar besass er Talent, aber es fehlte ihm 
der geistige Blick Adam Smith's, vermöge dessen dieser grosse 
Mann einsah, dass jedes deductive Argument, welches sich auf der 
Weglassung von Prämissen gründet, durch ein parallellaufendes 
Argument ausgeglichen werden muss, welches auf diese Prämissen 
Rücksicht nimmtm) Oullen bemerkte dies so Wenig, dass er nach 
der Herstellung seines pathologischen Systems, welches den medi- 
cinischen Schriftstellern unter dem Namen des Solidismus bekannt 
ist, "sich nie die Mühe gab, dies durch ein anderes System zu 
begleiten, Welches dem Flüssigen die erste Stelle einräumte. Im 
Gegentheil, er hielt seinen Plan für vollständig und erschöpfend, 
und dass die sogenannte Humoral-Pathologie eine Einbildung sei, 
welche nur zu lange den Platz der Wahrheit usurpirt gehabt. m) 
915) Denn wie ein Patholog, der wohl der grösste unserer Zeit ist, richtig bemerkt; 
"Humoral pathology is simply a requirement of enmmon praetical sense; and it has 
always held a plaee in medieal scienee, although the limits of its domain have, no 
donbt, been variously circumscribed or interpreted at differcnt times. Of late years, 
it has met with a new basis and support in morbid anatomy, which, in the inadequaey 
of its discoveries in the solids to aeconnt for disease and death, has been compelled 
to seek for an extension of its boundary through a direet examination nf the blond 
itself." Rolcitanskffs Patlzological Anutomy, I, 362, London 1854. 
916) Wenn nicht, wie bei der Geometrie, die unterdrückten Prämissen so gering 
sind, dass sie kaum bemerkbar bleiben.   
i") Er war so unwillig bei dem blossen Gedanken einer Humoral-Pathologie, dass 
sich selbst Hoffmann, der vor ihm der ausgezeichnetste Verfechter des Solidismus war, 
seinen Zorn zuzog, weil er den Doctrinen von den Flüssigkeiten ein geringes Gewicht 
zugestand. Er sagt: "Hoffmann has not applied his fundamental doetrine so extensi- 
vely as he might have done; and he has everywhere intermixed an humoral pathology,
        

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