Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020287
518 
Untersuchung 
des 
Schott. 
Geistes 
offenbar auf eine einfache und allgemeine Theorie hindrangt, 
welche den ganzen Umfang der materiellen Phänomene zu begreifen 
hat, und dass bei jedem neuen Schritt einige Unregelmässigkeiten 
verschwinden, einige Ungleichheiten in Abzug kommen, so lässt 
sich kaum bezweifeln, dass eine solche Bewegung" die Richtung 
hat, die alten Unterschiede, deren Wirklichkeit so vorschnell an- 
genommen worden ist, zu schwächen, und dass wir an ihrer Stelle 
früher oder später den umfassenderen Begriif aufzustellen haben, 
das Leben sei eine Eigenschaft aller Materie und die Einthcilung 
der Körper in lebende und unbelebte, oder in organische und un- 
organische, sei eine blos provisorische Eintheilung, die für gegen- 
wärtige Zwecke vielleicht bequem sei, aber wie alle ähnlichen 
Eintheilungen in ein höheres und weiteres System aufgehen müsse. 
Bevor jedoch dieser Schritt gethan ist, müssen wir uns begnügen 
nach dem zu urtheilen, was wir durch unsere unvollkommenen 
Instrumente oder durch unsere noch unvollkomrnneren Sinne er- 
fahren. Wir erkennen daher den Unterschied der organischen und 
unorganischen Natur nicht als eine wissenschaftliche Wahrheit, 
sondern als einen wissenschaftlichen Behelf an, durch den wir in 
Gedanken trennen, was in Wahrheit untrennbar ist, indem wir so 
unsern Weg mit grösserer Leichtigkeit zu verfolgen und am Ende 
Resultate zu erlangen hoffen, welche den Behelf überflüssig machen 
werden.  Und wenn wir diese Eintheilung annehmen, können wir 
alle Untersuchungen organischer Körper auf einen der beiden Zwecke 
zurückführen: 1) das Gesetz dieser Körper in ihrem gewöhnlichen, 
gesunden und einigermaassen irrtbümlich sogenannten normalen 
Prozess zu erkennen; 2) ihr Gesetz in ihrem ungesunden oder ab- 
"normalen Zustande zu erkennen. Im ersten Falle sind wir Phy- 
siologen, im zweiten Pathologen. m)  
Physiologie und Pathologie sind also die beiden Grundein- 
theilungen der Organikßuü) Jede steht mit der andern genau in 
905) Herr Simon sagt in seinen gedankenvollen und andeutungsreichen Vorlesungen: 
„we may describe Pathology to consist in the Science of Life under other conditions 
than those of ideal perfeetion." Simon's Lectm-es an Patholoyy, London 1850, p. 14. 
Dies ist bei weitem die beste Beschreibung, die mir vorgekommen, aber da sie eine 
negative ist, können wir sie nicht als Definition anerkennen. Auch zeigt der Zu- 
sammenhang dass Herr Simon sie nicht dafür ausgiebt. 
206) In meinem I. Bande nahm ich die gewöhnliche Eintheilung in organische Sta- 
tistik und organische Dynamik an, die erstere für die Anatomie, die letztere für die 
Physiologie, denke aber jetzt, dass unsere Wissenschaft nicht weit genug ist, dies su
        

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