Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020272
des 
währen d 
Jahrh. 
517 
herrsche Kohlenstoff, in der unorganischen Silieium vor. m) Aber 
die chemische Analyse macht ebenso wie die mikroskopische Be- 
obachtung so reissende Fortschritte, dass jede Generation, fast 
möchte ich sagen jedes Jahr einige von den Schlüssen, zu denen 
man früher gelangte, wieder umstösst; und so müssen wir jetzt 
und noch lange Zeit diese Schlüsse als empirische und als blos 
versuchsweise ansehen. Gewiss kann ein dauernder und allgemeiner 
Schluss nicht aus Thatsachen gezogen werden, die sich verwandeln 
und schwankend sind, die heute zugegeben und morgen über den 
Haufen gestürzt werden. Es zeigt sich also, dass wir für die 
Meinung, einige Körper seien lebendig, andere todt, nichts anzu- 
fiihren haben als den Umstand, dass unsere Forschungen, so weit 
sie jetzt gelangt sind, uns gezeigt haben, dass Zellenbildung, 
Wachsthum und Reproduetion nicht unwandelbar die Eigenschaften 
der Materie sind, sondern dass sie von einem grossen Theil der 
sichtbaren Wclt, die wir deshalb unbelebt nennen, ausgeschlossen 
sind. Dies ist der ganze Beweis für diese Seite der Frage. Auf 
der andern Seite haben wir die Thatsache, dass unser Auge und 
die künstlichen Instrumente, mit deren Hülfe wir zu dieser Ansicht 
gelangt sind, zugestandenermaassen unvollkommen sind, und die 
weitere Thatsache, dass sie bei all ihrer Unvollkommenheit den 
Beweis geliefert haben, dass das organische Naturreich unendlich 
weiter ausgedehnt ist, als der kühnste Träumer sich jemals vor- 
gestellt haben würde, während dieselben Werkzeuge nicht im Stande 
gewesen sind, die Grenzen des unorganischen Naturreichs auch nur 
annähernd in demselben Verhältniss auszudehnen. Dies beweist 
uns, dass die Wage sich beständig" nach einer Seite neigt, mit 
anderen Worten, so wie sich unser Wissen erweitert, gewinnt der 
Glaube an das Organische Boden über den Glauben an das Un- 
organischeßoti) Wenn wir ferner hinzufügen, dass alle Wissenschaft 
903) „As the organic world is characterized by the predominance, in quantity, 
of carbon, so the mineral or inorganic world is marked by a similar predominance 
of silicon." Turnevds Ülzemistry, edited by Liebig and Gregory, II, 678, London 1847. 
304) Ich will diese Bemerkung natürlich nur auf unsern Planeten, nicht auf ausser- 
irdische Erscheinungen anwenden. Ueber diese, ob sie organisch oder unorganisch sind, 
wissen wir nichts und können kaum in Jahrhunderten etwas zu erfahren erwarten. 
Schlüsse sind zwar aus teleskopischen Beobachtungen gezogen werden und im Auslands 
werden jetzt Versuche gemacht mittelst eines noch schärferen Processes die physisch"; 
Bestandtheile einiger der Himmelskörper zu bestimmen. Aber die Prüfung der 
Wahrheit oder Unwahrheit der Ergebnisse wird lange ein unübersteigliches Hinderniss 
unsers Wissens bleiben.
        

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