Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020262
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Untersuchung 
des 
Schott. 
Geistes 
für ausreichend gehalten, im Verlauf der Zeit aber brach sie zu- 
sammen," man verlangte mehr Beweise, und seit der Mitte des 
17. Jahrhunderts hat man allgemein zugegeben, das Auge allein 
sei ein unzuverlässiger Zeuge und man müsse das Mikroskop an- 
wenden, statt sich auf das ununterstützte Zeugniss unserer eigenen 
schwachen und unsicheren Sinne zu verlassen. Das Mikroskop 
aber verbessert sich fortdauernd, und wir können nicht sagen, 
"welches die Grenze seiner Verbesserungsfahigkeit sein mag. Folglich 
können wir nicht sagen, welch neue Geheimnisse es uns noch ent- 
hüllen werde. Eben so wenig können wir sagen, es werde nicht 
vielleicht durch ein neues künstliches Hülfsmittel verdrängt werden, 
wo wir dann eine Belehrung erhalten mögen, die eben so sehr 
unsere gegenwärtige mikroskopische übertrifft , als diese die Be- 
lehrung des unbewaffneten Auges. Schon jetzt und ungeachtet 
der kurzen Dauer der Zeit, wo das Mikroskop ein wahrhaft wirk- 
sames Instrument gewesen ist, hat es uns Organismen enthüllt, 
deren Dasein vorher Niemand geahnt hatte. Es hat bewiesen, dass, 
was Jahrtausende lang für blose Theilohen einer todten Masse 
gegolten hatte, in Wahrheit kleine Thiere sind, welche die meisten 
Functionen, die-wir haben, ebenfalls ausüben, ihre Gattung regel- 
mässig und ordentlich fortpüanzen und ein Nervensystem haben, 
welches beweist, dass sie des Schmerzes und der Freude fahig 
sein müssen. Es hat Leben in den Gletschern der Schweiz ent- 
deckt, es hat es im Polareise gebettet gefunden, und wenn es dort 
gedeihen kann, so kann man sich schwerlich einen anderen Ort 
denken, von dem es ausgeschlossen sein sollte. So abgeneigt sind 
jedoch die meisten Menschen alte Begriffe aufzugeben, dass man 
die Chemie zu Hülfe gerufen hat, um den angenommenen Unter- 
schied zwischen organischer und unorganischer Materie festzustellen, 
da versichert wird, in der organischen Welt sei eine grössere Ver- 
Wickelung der molecularen Combinationen als in der unorgani- 
schenßo?) Chemiker behaupten ferner, in der organischen Natur 
909) "Organic substances, whether directly derived from the vegetable or animal 
kingdom, or produced by the subsequent modification of bodies which thus originate, 
are remarkable as a class for a degree of complexity of constitution far exceeding that 
observed in any of tho compounds yet desoribed." Fowncä Obemistry, 3d edit., Lou- 
dvll 1550, p. 353. Ich citire die erste beste Autorität für eine Lehre die von allen 
Chemikern angenommen wird und ohne Zweifel richtig ist, soweit u n se r e Exp eri- 
mente jetzt gehen.
        

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