Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020248
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Untersuchung des 
Schott. 
Geistes 
Analogie drang in seinen Geist und reifte dann allmählig, und als 
er endlich seine Entdeckung vollendete, geschah dies blos durch 
Schlüsse aus Thatsachen, die auch noch Andere ausser ihm be- 
sassen. Statt neue Thatsachen ans Licht zu bringen, zog er neue 
Schlüsse aus überlieferten Gedanken. 199) Cavendish hingegen 
gelangte zu seinem Erfolge durch die einem Engländer natürliche 
Methode; er wagte keinen neuen Schluss, ehe er neue Thatsachen 
erkannt hatte. Ja seine Entdeckung war eine so vollständige In- 
duction aus seinen eigenen Experimenten, dass er die Betrachtung 
der Theorie von der latenten Warme, aus der Watt geschlossen 
und wo er seine Prämissen gefunden hatte, ganz wegliessfm") 
Beide grossen Forscher gelangten zu der Wahrheit, aber jeder auf 
einem anderen Wege. Und diese Antithese wird durch einen der 
berühmtesten jetzt lebenden Chemiker genau ausgedrückt. In 
seinen Bemerkungen über die Bestandtheile des Wassers sagt er 
ganz richtig, während Cavendish die Thatsachen festgestellt, habe 
Watt dasselbe mit dem Begriff gethanßm) 
Licht verbreitet, in Uorresyondence of James Wall an (im Composition of Waicr, Lon- 
don 1846, p. 84, 85. Vergl. p. CXXlV, und p. 248 die Anmerkung. 
499) In der Abhandlung, welche er der königl. Gesellschaft mittheilte, als er seine 
Entdeckung ankündigte, entschuldigt er sich darüber, weil er den empirischen Charakter 
der Engländer sehr wohl kannte, und sagt: „I feel much reluctance to lay my thoughts 
011 these subjects before the publio in their present indigested stete, and without Im- 
ving been "able to bring them to tlze test of auch mperimenis as would canjirm o-r refzaie 
them." Wattls Oarrespondenßa an tkc Discovery of the Omnposiiion of Water, p. 77, 
78. Elf Monate früher, im December 1782, schreibt er (Ibfd. p. 4): „Dr. Priestley 
has made a most surprising diseovery, whieh seems Z0 conjimn my tlzeory of Walter's 
undergoing some very remarkable change at the point where all its latent heat would 
be ehanged into sensible heat." 
20") "He" (i. e. Oavendish) „here omits entirely the consideration of latent heat; 
an omission which he even attempts to justify, in one of the passages interpolated hy 
Blagden. But it is well known to every one acquainted with the ürst principles of 
chemical science, even es it was taught in the rlays of Black, and it was indisputably 
familiar to Mr. Watt, that no aärifonn iiuid uau be converted into a liquid, nor any 
liquid into a solid, without the evolution of heat, previonsly latent. This essential 
part of the process, Mr. CavendisHs theory does not embrace; but without it, no theory 
on the subject can be coinplete; and it will presently be seen, that Mr. Watt took it 
fully into aceount." Muirlaeadk Lqfc of Watt, p. 315. 
 "Gavendish and Watt both discovered the composition of water. Cavendish 
established the faets; Watt the idea."     "The attacbing too bigk a value to tlie 
mere facts, is aßen a szlqn of a wzmt of ideus." Lieäzlgfs Letters an Ohemistry, Lon- 
don l85l, p. 48. Den letzten Sutz dieses berühmten Forschers, den ich unterstreiche, 
sollte man in England wohl erwägen. Wenn es auf mich anküme, würde ich ihn mit
        

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