Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020118
des 
während 
J ahrh. 
501 
liehen Wirkungen des Feuers und des Wassers" zu berechnen, 
durch Schlüsse aus den Wissenschaften der Thermotik und der 
Hydrodynamik, indem man jedes Element mit einer unabhängigen 
Argumentation für sich verfolgte, und nachher die Resultate, die 
man abgesondert erhalten, in ein einziges System zusammen ordnete. 
Dann bliebe nur noch übrig zu untersuchen, wiefern dieses ausge- 
dachte System mit dem wirklichen Zustande der Dinge harmonire, 
und wenn der Unterschied des Idealen und des Wirklichen nicht 
grösser wäre, als man bei den Störungen durch andere Ursachen 
erwarten müsste, so würde die Argumentation eine vollendete sein 
und die Geologie in ihrem unorganischen Theil eine deductive 
Wissenschaft werden. Anzunehmen, dass unsere Wissenschaft für 
ein solches Yerfahren reif sei, davon bin ich in der That weit 
entfernt, aber dies ist der Weg, den ein deductiver Geist ein- 
schlagen würde, so weit er es eben vermochte. Ein inductiver 
Geist hingegen würde nicht mit Feuer und Wasser anfangen, 
sondern mit den Wirkungen, welche beide hervorgebracht und 
beide Mächte zuerst in ihrer vereinigten Thätigkeit, wie sie an 
der Erdkruste erscheint, nicht jede nach ihrer Lehre besonders zu 
studiren. Ein solcher Forscher würde annehmen, der beste Weg 
zur Wahrheit führe von den Wirkungen zu den Ursachen durch 
Beobachtung dessen, was wirklich geschehen sei, und dadurch, 
dass man von den verwickelten Ergebnissen zu der Erkenntniss 
der einfachen Kräfte aufstcige, durch deren Wirksamkeit diese 
Ergebnisse hervorgebracht seien. 
Wenn der Leser dem Gedankengange gefolgt ist, den ich in 
diesem Kapitel und in einem Theile des vorhergehenden Bandes 
verzeichnet habe, so wird er erwarten, dass die inductive Methode 
in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wo die Geologie zuerst 
ernstlich studirt wurde, dass also der Plan, von den Wirkungen 
zu den Ursachen fortzuschreiten, in England "bevorzugt worden, 
während die deductive Methode, von den Ursachen zu den Wirkungen 
fortzugehen, in Schottland und in Deutschland angenommen worden 
sei. Und dies war wirklich der Fall. Es wird allgemein anerkannt, 
dass in England die wissenschaftliche Geologie ihren Ursprung 
William Smith verdankt. Sein Geist hatte eine eigenthümliche 
Abneigung gegen Systeme, und weil er glaubte, die beste Methode, 
zum Verstandniss früherer Ursachen zu gelangen, sei, ihre gegen- 
wärtigen Wirkungen zu studiren, so beschäftigte er sich zwischen 
den Jahren 1790 und 1815 mit einer mühseligen Untersuchung der
        

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