Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020049
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Untersuchung 
Schott. 
des 
Geistes 
Etwa dreissig Jahre, nachdem Black seine berühmte Theorie 
von der Wärme aufgestellt, begann Leslie denselben Gegenstand 
zu untersuchen, und 1804 veröffentlichte er eine eigene Abhandlung 
darüber. 157) In diesem Werke und ineinigen seiner "Abhand- 
lungen über Philosophie" linden sich seine Ansichten nieder- 
gelegt, von denen, wie man jetzt weiss, einige unrichtig sind, 158) 
während andere so werthvoll erscheinen, dass sie in der Geschichte 
der Wissenschaft Epoche machen. Dahin gehört sein Gesetz über 
den Zusammenhang zwischen der Strahlung der Wärme und ihrer 
Zurückwerfung; Körper, welche sie am meisten zurückwerfen, 
strahlen sie am wenigsten aus, und welche sie am meisten aus- 
strahlen, werfen sie am Wenigsten zurück. Ebenso ein anderer 
allgemeiner Schluss, den seitdem die besten Forscher bestätigt 
haben, nämlich dieser: wenn Wärme von einem Körper ausstrahlt, 
ist die Intensität jedes Strahls wie der Sinus des Winkels, den er 
mit der Oberfläche des Körpers macht.   
Dies waren wichtige Schritte un-d die Ergebnisse von Expe- 
rimenten, denen grosse und wohlüberlegte Hypothesen vorauf- 
gegangen waren. Jedoch in Beziehung auf den Haushalt der Natur 
als eines Ganzen sind sie von geringer Bedeutung in Verhältniss 
zu dem, was Leslie für die Feststellung der grossen Idee, der 
Identität von Licht und Wärme leistete, Wodurch er seine Zeit- 
genossen auf die Theorie des Kraftwechsels, diese hauptsächlichste 
Geistesthat des 19. Jahrhunderts vorbereitete. Aber es ist interessant 
zu bemerken, dass er mit all seinem Eifer eine gewisse Linie nicht 
zu überschreiten vermochte. Er war von den materiellen Tendenzen 
seiner Zeit so gefesselt, dass er nicht dazu gelangte, die Wärme 
als eine rein übersinnliche Kraft aufzufassen, deren aussere Mani- 
festation die Temperatur sei. '59) Dafür war die Zeit kaum reif. 
157)-Napier, in seinen Memoirs of Leslie, p. 16, 17 (vorangestellt Lealieäv Treatiaes 
an Pieilosoploy, Edinb. 1838), sagt, „that he composed the bulk of his celebreted work 
on Heat in the years 1801 and 1802;" aber "that, in 1793, he propounded some of its 
theoretical opinions, as well as the germs of its discoveries." Ans seiner eignen An- 
gabe geht jedoch hervor, dass er jedenfalls schon 1791 Experimente über die Wärme 
machte. Siehe Leslids Experimentell Inquiry inta the Nalure und Propagation of Haut, 
London 1804, p. 409. 
'53) Beispiele von einigen seiner unhaltbarsten Speculationen siehe in Leslieäs 
Treatises an Philosophy, p. 38, 43. 
'59) Obwohl er einen deutlichen Unterschied zwischen beiden macht. „It is almost 
superiiuous to remark, that the term heat is of ambiguous import, denoting either a. 
certain sensatinn, m- the external cause which excites it." Leslie an Heat, p. 137.
        

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