Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1020031
Während 
des 
 8. Jahrh- 
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Vergleich grösser, als was wir verloren haben. Dass wir aber 
einen Verlust erlitten haben, ist ausser Zweifel. Wir haben viel 
von der Phantasie verloren, die zwar im praktischen Leben oft 
missleitet, im speeulativen Leben aber als eine der höchsten Gaben 
sowohl Ideen giebt, als schöpferisch wirkt. Selbst praktisch sollten 
wir sie hegen, denn der Austausch der Gefühle hängt wesentlich 
davon ab. Sie ist jedoch im Abnehmen und zugleich gewöhnt 
uns die zunehmende Verfeinerung der Gesellschaft mehr und mehr 
an die Unterdrückung unserer Aufwallungen, um Andere nicht 
unangenehm damit zu berühren. Und da das Spiel der Gemüths- 
bewegungen das Hauptstudium des Dichters ist, so sehen wir 
hierin einen andern Grund für die Schwierigkeit, mit den grossen 
Dichtern unserer Vorzeit zu wetteifern. Deswegen ist es für die 
Naturforscher doppelt nöthig, die Phantasie zu cultiviren. Es ist 
eine Pflicht  die sie ihrer eigenen Wissenschaft schuldig sind; 
diese würde durch eine solche Erweiterung ihrer Mittel bereichert 
und gestärkt werden. Ebenso ist es eine Pflicht, die sie der 
Gesellschaft im Allgemeinen schuldig sind, denn sie, deren geistiger 
Einfluss schon jetzt grösser ist als der irgend einer andern Klasse, 
und deren Ansehen sichtbar im Wachsen ist, möchten es in ihrer 
Macht haben, dem ernstlichen Mangel unserer gegenwärtigen Zeit 
abzuhelfen und uns einigermaassen dafür zu entschädigen, dass wir 
eine so glänzende schöne Literatur als unsere Vorfahren nicht her- 
vorzubringen vermögen, eine Literatur, in der die vornehmsten Geister 
des 17. Jahrhunderts so zu sagen wohnen und gegenwärtig sind. 
Hätte also Black auch weiter nichts gethan, als das Beispiel 
eines grossen Naturforschers gegeben, der seiner Phantasie freien 
Spielraum liess, so würde er uns schon damit eine Wohlthat erzeigt 
haben, die nicht leicht zu hoch anzuschlagen wäre; Und es ist 
sehr merkwürdig, dass noch vor seinem Tode das Fach der un- 
organischen Naturwissenschaft, welches er mit solchem Erfolge 
angebaut hatte, von einem andern Schotten an die Hand genommen 
wurde, der zwar mit etwas geringerem Geist, aber doch gerade 
nach dem nämlichen Plane arbeitete. Ich meine natürlich Leslie, 
dessen Untersuchungen über die Wärme Allen, die sich mit 
diesem Gegenstands beschäftigt haben," wohl bekannt sind; für 
unseren gegenwärtigen Zweck sind sie freilich hauptsächlich 
darum von Interesse, weil sie für die besondere Methode, die im 
17. Jahrhundert dem Schottischen Geiste wesentlich schien, ein 
Beispiel abgeben.
        

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