Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019928
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Schott. 
des 
Untersuchung 
Geistes 
zu studiren. Jetzt wurde Alles offenbar. Die Reihe der Entdeckungen 
war richtig eröfnet; und Analogien zwischen Licht und Wärme, 
welche selbst die kühnste Phantasie kaum geahnt hatte, wurden 
über allen Zweifel erhoben. Dem Zurückwerfen der Wärme, das 
schon bekannt gewesen, wurde jetzt die Brechung, die doppelte 
Brechung, die Polarisirung, die Entpolarisirung der Wärme, die 
Kreispolarisation, die Interferenz ihrer Strahlen und die Retar- 
dirung derselben hinzugefügt; und was am allermerkwürdigsten 
ist, der Fortschritt unserer Kenntnisse über diese Punkte war so 
reissend schnell, dass vor dem Schluss des Jahres 1836 die Reihe 
der Beweise durch Forbes' und Mellonis empirische Untersuchungen 
vollständig hergestellt war, wobei sie selbst nicht ahnten, das Alles 
was sie leisteten, vorbereitet worden ehe sie geboren waren, dass 
sie nur Diener und Nachfolger des Mannes waren, der den Pfad 
angedeutet, welchen sie verfolgten, und dass ihre Experimente, so 
sinnreieh und bedeutungsvoll sie Waren, nur die direete praktische 
Folge eines jener glänzenden Gedanken waren, welche Schottland 
in die Welt gesandt hat und deren Andenken uns fast verleiten 
könnte zu vergessen, dass das Volk selbst, während seine ersten 
Geister mit so erhabenen Dingen beschäftigt waren, von ihnen 
unberührt blieb und sie mit kalter verächtlicher Gleichgültigkeit 
über-ging, weil es in jenen tödtenden Aberglauben versenkt war, 
der für alles Vernünftige nur taube Ohren hat und auf die Stimme 
keines Zauberers hört, sei es auch der Zauber der Weisheit selbst. 
Wenn wir so die Abkunft und Verwandtschaft wissenschaft- 
licher Ideen betrachten, so sehen wir ein, wieviel wir Black's Ent- 
deckung der latenten Wärme verdanken; und nur so können wir 
dies einsehen. Ueber die Methode der Entdeckung braucht wenig 
gesagt zu werden, denn jeder Kenner der Baeonischen Philosophie 
muss begreifen, dass die Entdeckung von einer Art war, wie sie 
keine einzige Maxime jenes Systems hätte herbeiführen können. 
Da sich die latente Wärme den Sinnen entzieht, so konnte diese 
Entdeckung nicht nach den Regeln einer Philosophie vor sich gehen, 
die _alle Wahrheit auf Beobachtung und Experiment gründet. Der 
Gegenstand der Untersuchung war übersinnlich, und so blieb für 
die sogenannten Kreuzexperimente und für die Absonderungen der 
Naturerscheinungen kein Feld übrig. Die Wahrheit lag in der 
Idee; Experimente konnten sie daher erläutern, an die Oberfläche 
heraufbringen und den Forscher so in den Stand setzen, sie zu 
ergreifen, aber sie laonnten sie nicht beweisen. Und wie dies beim
        

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