Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019916
während 
des 
Jahrh. 
481 
der latenten Wärme lehrte er, dass ihre Bewegungen fortdauernd 
nicht nur einige unserer Sinne, sondern alle täuschen, und dass 
unser Verstand uns lehrt, die Wärmesei nicht verloren gegangen, 
wenn unser Gefühl uns zu dem Glauben leitet, sie sei verloren 
gegangen. Hier haben wir scheinbare Zerstörbarkeit und Wirkliche 
Unzerstörbarkeit. Zu behaupten, dass ein Körper Wärme aufnehme, 
ohne dass seine_Temperatur sich erhöhte, hiess den Verstand das 
Gefühl zurecht weisen lassen und seinen Eindrücken Trotz bieten. 
Es war ein kühner und schöner Widersinu, dessen Aufstellung 
sowohl Muth als Einsicht erforderte, und dessen Annahme eine 
Epoche des Denkens bezeichnet, denn es war ein gewaltiger Schritt 
zur ldcalisirung der Materie zur Kraft. Zwar haben Einige von 
unsichtbarer Materie gesprochen; aber das ist ein Widerspruch im 
Ausdruck, der nie Eingang finden wird, so lange die Formen der 
Sprache dieselben bleiben. Nichts kann unsichtbar sein ausser der 
Kraft, der Seele und der letzten Ursache von Allem. Wir müssen 
daher Black das ausgezeichnete Verdienst zuschreiben, dass er zu- 
erst bei der Erforschung der Wärme die Autorität der Sinne anfocht, 
und dadurch den Grund zu Allem legte, was später geleistet worden 
ist. Ausser dem Verhältniss, worin seine Entdeckung zur Unzer- 
störbarkeit der Kraft steht, ist sie auch noch mit einer der glänzend- 
sten Leistungen verbunden, deren sich unsere Generation in der 
unorganischen Naturkunde rühmen kann, nämlich der Begründung 
der Identität der Wärme und des Lichts. Den Sinnen sind Licht und 
Wärme obwohl in einiger Hinsicht ähnlich, doch in vieler Hinsicht 
unähnlich. So afficirt das Licht das Auge und nicht den Tastsinn, 
Wärme den Tastsinn, aber unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht 
das Auge. Der Hauptunterschied jedoch zwischen. ihnen ist, dass 
Wärme verschieden vom Licht die Eigenschaft der Temperatur 
besitzt; und diese Eigenschaft ist so charakteristisch, dass wir, 
bevor unsere Einsicht durch die Wissenschaft gestärkt ist, den 
Begriff der Wärme nicht ohne 'I'emperatur denken können, sondern 
beide für einander nehmen müssen. Sobald man jedoch Black's 
Methode folgte und sich entschloss die Wärme als über-sinnlich 
anzusehen, betrat man den Weg zu der Entdeckung, dass Licht 
und Hitze nur verschiedene Entwickelungen derselben Kraft seien, 
Diese Forscher liessen die Wirkungen der Wärme auf sich oder 
irgend einen Theil der Schöpfung, der ihre Temperatur fühlen und 
deswegen von ihr getäuscht werden konnte, bei Seite; und da 
blieb ihnen nichts übrig, als ihre Wirkungen auf die leblose Welt 
B uckle, Gesch. d. Civilisution. Il. 31
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.