Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019887
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des 
Untersuchung 
Schott. 
Geistes 
Diese Bemerkungen waren nöthig, damit der Leser den Werth 
dessen, was in Schottland geleistet wurde, erkenne, und aus ihnen 
ergiebt sich, wie wesentlich es war, dass die Gesetze von der 
Bewegung der Warme studirt werden mussten, ehe ihr Wesen 
untersucht werden konnte und ehe die Au-sströmungstheorie so 
ernstlich angegriffen werden konnte, um die grosse Lehre von der 
Unzerstörbarkeit der Kraft möglich zu machen; und diese, daran 
zweifle ich nicht, ist bestimmt, unsere Denkungsweise zu revolutio- 
niren und künftigen Speculationen eine unendlich breitere Grundlage 
zu geben, als man bisher gekannt hat. Hinsichtlich der Bewegung 
der Wärme verdanken wir die Gesetze über Wärmeleitung und 
Warmestrahlung hauptsächlich Frankreich und Genf; dagegen wur- 
den die Gesetze der specifischen und der latenten Warme in Schott- 
land entdeckt. Die Lehre von der specifischen Warme ist zwar 
interessant, hat aber nicht die wissenschaftliche Bedeutung der 
übrigen Theile dieses grossen Gegenstandes, aber die Lehre von 
der latenten Wärme ist äusserst merkwürdig, nicht nur an sich, 
sondern auch wegen der Analogien mit verschiedenen anderen 
Zweigen der Physik. 
Was man latente Wärme nennt, zeigt sich auf folgende Weise. 
Wenn in Folge der Anwendung von Wärme etwas Solides sich in 
Flüssiges verwandelt, wie z. B. Eis in Wasser, so nimmt die Ver- 
wandelung längere Zeit weg, als sich durch irgend eine Theorie 
erklären liess, die man bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts auf- 
gestellt hatte. Ebensowenig liess es sich erklären, wie es kam, dass 
Eis nie über die Null-Temperatur steigt, bis es wirklich geschmolzen 
ist, welchen Warmegrad auch die angrenzenden Körper haben mögen. 
Es gab kein Mittel von diesen Erscheinungen Rechenschaft zu geben, 
und obgleich praktische Leute, die damit vertraut waren, sich nicht_ 
darüber wunderten, erregten sie doch grosses Erstaunen bei Denkern, 
die gewohnt waren sich von dem, was vorging, Rechenschaft zu 
geben und für gewöhnliche und alltägliche Vorkommenheiten den 
Grund aufzusuchen. 
Gleich nach der Mitte des 18. Jahrhunderts wandte Black, 
der damals einer von den Professoren der Universität Glasgow 
war, diesem Gegenstande seine Aufmerksamkeit zu. 146) Er entwarf 
m) Er wurde zum Professor ernannt im Jahre 1756; und nitßwas during his 
TSSÜSIICE in Glasgow, between the yeurs 1759 and 1763, Chat he brought '60 mßturity 
those speculations eoncerning the combination of heat with matter, which had frequently 
occupied a. portion of his thoughts." Tkomsonäe History of Okemistry, I, 319, 320.
        

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