Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019662
456 
Schott. 
des 
Untersuchung 
Geiste s 
und sich den Anblick der Thatsaehen 
glücklich erklärt hat. 
sagen in Einsamkeit vergraben 
unmöglich gemacht, die er so 
Denselben Entschluss, das Studium der Principien dem der 
Thatsachen voraufzuschicken, zeigt Hume in einem seiner originell- 
sten Werke, der natürlichen Geschichte der Religion (natural history 
of Religion). Mit Bezug auf diesen Titel müssen wir bemerken, 
dass nach den Schottischen Philosophen der natürliche Verlauf 
einer Bewegung keineswegs ihr wirklicher Verlauf ist. Dieser 
Zwiespalt zwischen dem Idealen und Realen war die unvermeid- 
liche Folge ihrer Methode. 98) Denn da sie von festen Prämissen 
aus deductiv philosophirten, so konnten sie die Störungen, denen 
ihre Schlüsse durch das Spiel und die Reibung der umgebenden 
Gesellschaft ausgesetzt waren, nicht in Betracht ziehen. Dies er- 
forderte eine besondere Untersuchung. Zu dem Ende hätten die 
Verhältnisse, welche die Reibung verursachten und dadurch die 
Schlüsse in der Welt der Thatsachen nicht dieselben sein liessen, 
als sie in der Welt der Speculation waren, untersucht werden 
müssen. So genannte Zufälle treten beständig ein und lassen den 
wirklichen Verlauf der Dinge nicht denselben bleiben wie den 
natürlichen. Und so lange wir diese Zufälle nicht vorher sagen 
können, wird es immer an einer vollständigen Harmonie zwischen 
den Schlüssen einer deductiven Wissenschaft und dem wirklichen 
Leben fehlen. Mit anderen Worten, unsere Schlüsse werden die 
98) Ein Schottischer Philosoph von grossem Ruf, dessen Geist ziber, wie es mir 
scheint, diesem Rufe nicht ganz entspricht, hat diese Lieblingsmethode seines Lands- 
manns sehr klar und richtig dargestellt. „In examining the history of mankind, as 
well as in examining the phenomena. of the material world, when we cannot trace the 
process by which an event lms been produced, it is often of importance to be able to 
show how it may haue been produced by natnral canses."     „To this species of 
philosophical investigation, which has no appropriated name in onr language, I shall 
take the liberty of giving the title of Theoretical or Oonjectural History; an expression 
which coincides pretty nearly in its meaning with that of Natural History as employed 
by Mr. Hume, and with what some French writers have called Histoire raisonnäe." 
Duguld Stewarfs Biographical Memoirs, p. 48, 49. Daher (p. 53), „in most cases, it 
is of more importanoe to ascertain the progress thut is most simple, than the progress 
that is most agreeable to faet; for, paradoxical as the proposition may appear, it is 
certainly 1mm, that the real progress is not always the most naiural. It may have 
been determined by particular accidents, which are not likely again to occnr, und which 
cannot be considered as forrning any part of that general provision, which natura has 
made for the improvement of the race."
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.