Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019647
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Untersuchung 
des 
Schott. 
Geistes 
und wegen ihrer mathematischen Form sehr präcisßä) Aber wenn 
sie menschliche Handlungen betreifen, sind sie das Resultat aller 
Motive, welche diese Handlungen bestimmen; mit andern Worten, 
sie sind nicht nur das Resultat der Selbstsucht, sondern auch des 
Mitgefühls. Und da Adam Smith in seinem Nation alreichthum 
nur mit einem dieser Triebe, mit der Selbstsueht, zu thun hatte, 
so würde er es unmöglich gefunden haben seine allgemeinen Sätze 
aus der Statistik zu abstrahiren, da diese nothwendig aus den 
Producten beider Triebe zusammengestellt ist. Diese statistischen 
Thatsachen waren anfangs zu verwickelt, um sich auf allgemeine 
Sätze ziehen zu lassen, besonders da man mit ihnen nicht experi- 
mentiren, sondern sie nur beobachten und anordnen konnte. Da 
Adam Smith sah, dass sie sich nicht handhaben liessen, verwarf 
er sie ganz richtig als Grundlage seiner Wissenschaft und brauchte 
sie nur als Erläuterungen, wenn er nach Gefallen auswählen konnte. 
Dasselbe gilt von anderen Thatsachen, die er aus der Geschichte 
des Handels und aus der allgemeinen Geschichte der Gesellschaft 
nahm. Sie sind alle dem Beweise wesentlich untergeordnet. Sie 
machen die Argumentation klarer, aber nicht gewisser. Denn ohne 
Uebertreibung kann man sagen, wenn auch alle commerciellen 
und historischen Thatsachen in dem Nnationalreichthum falsch 
wären, so würde das Buch doch eben so gut und seine Folgerungen 
eben so stichhaltig bleiben, wenn sie auch weniger anziehend wären. 
In ihm hängt Alles von allgemeinen Principien ab, und diese hatte 
der Verfasser schon 1752 aufgestellt, also 24 Jahre bevor er das 
Werk herausgab, in dem er sie anwandte. Sie müssen daher 
erlangt worden sein ganz unabhängig von den Thatsachen, die 
Adam Smith ihnen nachher einverleibte und in der langen Zeit 
von 24 Jahren in Erfahrung brachte. Und die zehn Jahre, welche 
er auf das Niederschreiben seines grossen Werkes verwandte, 
wurden nicht in einem der geschäftigen Tummelplätze der Menschen 
hingebracht, WO er alle Phänomene der Industrie hätte beobachten 
95) Ja, der einzige Einwurf gegen sie ist, dass die Sprache ihrer Sammler manch- 
mal zweideutig ist; so dass ein Statistiker mit derselben Angabe etwas ganz andres 
meinen kann, als ein anderer. So in der medicinisehen Statistik. Daher haben Schrift- 
steller, denen die Methode des wissenschaftlichen Beweises unbekannt ist, angenommen, 
die Medicin liesse die mathematische Behandlung nicht zu. In Wahrheit ist aber das 
"einzige wirkliche Hinderniss der schmachvolle Zustand der klinischen und pathologischen 
Terminologie. Dieser ist in solcher Verwirrung, dass alle ausgedehnteren numerischen 
Angaben über Krankheiten zweifelhaft werden.
        

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