Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019581
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Untersuchung 
des 
Söho tt. 
Geistes 
blieb und seinen Werken den Charakter eines tiefen und originellen 
Denkers gab, der mitten im 18. Jahrhundert praktische Lehren 
verfocht, die so unfrei waren, dass, wenn sie durchgesetzt worden 
wären, sie zum Despotismus geführt hatten, und der dennoch zu- 
gleich speculative Lehren verfooht, die so kühn und aufgeklärt 
waren, dass sie nicht nur seine eigene Zeit, sondern in einem 
gewissen Grade selbst die Zeit, in welcher wir leben, hinter sich 
zurücklassen. Unter seinen speculativen Ansichten sind die wich- 
tigsten seine Theorie von dem Causalzusammenhang, der den Begriff 
der Kraft ausschliesst, und seine Theorie von den Gesetzen der 
Ideenassociation. Keine von diesen Theorien sind in ihrer ursprüng- 
lichen Fassung ganz neu, aber seine Behandlung machte sie so 
werthvoll, als wenn sie vollkommen sein Eigenthum gewesen wären. 
Seine Theorie der Wunder in Verbindung einerseits mit den Prin- 
cipien des Beweises und andererseits mit den Gesetzen des Causal- 
zusammenhanges ist mit vollendeter Geschicklichkeit ausgearbeitet; 
und nachdem sie später die Veränderungen von Brown erhalten, 
ist sie jetzt die Grundlage geworden, worauf die besten Forscher 
in diesen Dingen sich stützen. S") Sein Werk über die Moral- 
principien bereitete durch die Aufstellung der Gesetze der Zweck- 
massigkeit den Weg für Bentham vor, der nachher in sie noch 
eine Schätzung der ferneren Folgen menschlicher Handlungen ein- 
fügte, während Hume sich hauptsächlich auf die mehr unmittel- 
baren Folgen beschrankt hatte. Die Niitzlichkeitstheorie war beiden 
gemein, aber während Hume sie hauptsächlich auf den Einzelnen 
anwandte, wandte Bentham sie auf die umgebende Gesellschaft an. 
Bentham war umfassender, Hume aber, als der frühere, war origi- 
neller. Das Lob der Originalität muss man auch seinen ökono- 
mischen Theorien spenden. In ihnen befürwortete er die Principien 
des Freihandels, welche die Politiker erst viele Jahre nach seinem 
Tode anzunehmen begannenß") Im Gegensatz zu damals vor: 
30) Brown bekennt in seinem grossen Werk  einem der grössten die dies Jahr- 
hundert hervorgebracht  offen, dass ein Buch „is chieiiy refiective of the lights, 
whichi he" (Hume) „has given." Browrüs inquiry intv tlw Relation of Cause und Efevl, 
London 1835, p. 253. Siehe auch p. VII.  
84) Während die Politiker seiner Zeit seine Ansichten verzichteten, scheinen die 
Politiker unserer Zeit geneigt, sie zu überschätzen. Lord Brougham sagt z. B. in 
seinem Life of Hnme, von Humes politischer Oekvllomie: "Mr. Hume is, beyond all 
doubt, the author of the modern doctrines which now rule the world of scienee." 
Broughawfs Werks, Glasgow 1856, II, 176. Die politische Oekonomie hat aber seit
        

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