Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019491
des 
während 
J ahrh. 
439 
dem Vermögen eines reichen Mannes Schaden zufügen, aber dieser 
Schaden lasst sich gewöhnlich ersetzen; jedenfalls kann er seinen 
Lastern jahrelang nachhangen, ohne sein Vermögen vollständig zu 
vernichten und sich ganz und gar zu Grunde zu richten. Für den 
Handarbeiter würde eine ähnliche Ausschweifung in einer einzigen 
Woche verderblich werden; sie würde ihn nicht nur an den Bettel- 
stab und vielleicht ins Gefangniss bringen, sondern auch seine 
Aussichten in die Zukunft zerstören, indem sie ihm seinen Ruf für 
Nüchternheit und Ordnungsliebe nähme, wovon seine Beschäftigung 
abhängt. Daher betrachten die besseren Klassen des gemeinen 
Volkes aus eigenem Interesse Ausschweifungen, deren Verderblich- 
keit sie kennen, mit Widerwillen, während die höheren Klassen 
finden, dass ein massiger Grad von Laster weder ihrer Börse noch 
ihrem Rufe schadet, und solche Ausschweifungen zu den Vorzügen 
ihrer Geburt rechnen, und die Freiheit, sich ungetadelt gehen zu 
lassen, als eins ihrer Standes-Privilegien betrachten. Daher haben 
die, welche von der Staatskirehe abfallen, ein reineres oder jeden- 
falls strengeres Moralsystem als die, welche bei ihr bleiben. Denn 
neue religiöse Secten beginnen gewöhnlich unter dem gemeinen 
Volk, dessen denkender "Theil durch sein Interesse zu einer strengen 
Auffassung der Lebensptlichten getrieben wird. Deshalb bekennen 
sich die Verbreiter einer neuen Glaubensmeinung zu einer ähnlichen 
Strenge, denn sie sehen ein, dass dies das sicherste Mittel ist, die 
Zahl ihrer Proselyten zu vermehren. Daher kommt es, dass Seetirer 
und Ketzer, die mehr durch Interesse als Princip geleitet werden, 
einen Sittencodex annehmen, der zu ihrem Zwecke stimmt und 
dessen Strenge in starkem Gegensatze zu dem Sitteneodex rechtj 
glaubigerer Bekenner steht. m) Aus demselben Grunde ünden wir 
68) „In every civilized society, in every society where the distinction of ranks 
has once been completely established, there have been always two different schemes 
or systems of morality eurrent at the same time; of which the one may be called the 
strict o: austere; the other the liberal, or, if you will, the loose system. The formen- 
is generally revered and admired by the common people; the latter is commonly more 
esteemed v-lld adopted by what are called the people of fashion. The degree of dis- 
approbation with which we ought to mark the vices of levity, the vices which am 
apt to arise from great prosperity, and from the excess of gaiety und good humour, 
seems to constitute the prineipal distineüon between those two Opposite gchemes or 
systems. In the liberal, or loose System, luxury, wanton, and even disorderly mirth, 
the pufguit of pleasure to some degree of intemperance, the breach of chastity, at least 
in one of the two sexes, provided they are not accompanied with gross indecency, and
        

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