Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019415
des 
während 
Jahrh. 
431 
stichhaltigcr Einwurf, denn dieser Widerspruch zwischen dem 
Ideellen und Wirklichen, oder zwischen dem Abstracten und dem 
Concreten ist die nothwendige Folge des Zustandes der Kindheit, 
in welchem sich unsere Wissenschaft noch befindet, und wodurch 
wir gezwungen werden verwickelte Fragen stückweise zu studiren 
und sie durch abgesonderte und fragmentarische Untersuchungen 
zu Wissenschaften zu erheben. 
Dass Adam Smith diese Nothwendigkeit cinsah und dass diese 
Einsicht seine Methode hervorbraehte, geht aus dem Umstande 
hervor, dass er in seinem nächsten grossen Werke denselben Plan 
befolgte und sorgfältig vermied, aus seinen alten Prämissen zu 
schliessen und jetzt aus neuen Prämissen seine Schlüsse bildete. 
Ueberzeugt, er habe in seiner Theorie der Sittlichkeit so genau 
als möglich aus den Principien, welche das Mitgefühl darbietet, 
seine Entwickelung geführt, wurde er durch seinen umfassenden 
und unersättlichen Geist, der nichts gethan zu haben glaubte, wenn 
noch irgend etwas zu thun übrig blieb, getrieben, auf die ent- 
gegengesetzte Leidenschaft, nämlich die der Selbstsucht, überzu- 
gehen und sie auf die nämliche Weise zu behandeln, damit das 
ganze Gebiet des Gedankens durchniessen würde. Dies that er 
in seinem "Nationalreiohthum". Dies Werk ist sogar noch 
grösser als seine "sittlichen Gefühle", aber es ist eben so 
einseitig in der Annahme seiner Principien. Es nimmt an, Selbst- 
sucht sei die Haupttriebfeder menschlicher Angelegenheiten, gerade 
wie sein voriges Werk angenommen hatte, das Mitgefühl sei es. 
Zwischen beiden Werken verstrieh ein Zeitraum von 17 Jahren; 
der "Nationalreichthum" wurde erst 1776 herausgegeben. 
Aber ein Beweis, dass der Verfasser beide Werke als Theile 
eines Systems betrachtete, ist der merkwürdige Umstand, dass er 
schon 1753 die Prineipien aufstellte, welche sein späteres Werk 
enthält. 54) Dies war, als er über sein früheres Werk noch nach? 
dachte und ehe es das Licht erblickt hatte. Es ist daher klar, 
dass sein Studium, dem er den einen und dann den entgegen- 
gesetzten Trieb unterwarf, nicht einer launenhaften oder zufälligen 
Eintheilung folgte, sondern aus der grossartigen Idee entsprang, 
54) "Mr. Smith's political lectures, comprehending the fundamental principles of 
bis llnquiry; were delivered 9,1; Glasgow as early as the year 1752 or 1753." Dugald 
Stäwayfg Lifg qf Adam Smith, p. LXXVIII, preiixed to Smitlßs Postlmmous Essays, 
London 4120, 1-795.
        

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