Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019335
des 
Während 
J ahrh. 
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welches man auf diesem Wege erlangt, kann nicht genau richtig 
sein; wenn wir aber sorgfältig mit unsern Schlüssen verfahren sind, 
so wird es der Wahrheit eben so nahe kommen als die Prämissen, 
von denen wir ausgingen. Um es vollkommen richtig zu machen, 
müssen wir es mit anderen Resultaten vergleichen, zu denen wir 
über denselben Gegenstand auf einem ähnlichen Wege gelangt sind. 
Diese verschiedenen Folgerungen können am Ende zu einem ein- 
zigen System aneinander gereiht werden; und wenn auch jede 
einzelne Folgerung nur eine unvollkommene Wahrheit enthält, so 
werden sie doch alle zusammen als ein Ganzes die vollkommene 
Wahrheit enthalten. 
Eine solche hypothetische Argumentation gründet sieh offenbar 
auf einer absiehtliehen Unterdrückung von Thatsaehen; und der 
Kunstgriff ist nothwendig, denn ohne diese Unterdrückung würden 
die Thatsaehern nicht zu bewältigen sein. Jedes Itaisonnement führt 
zu einem Schluss, Welcher sich der Wahrheit annähert; so oft 
daher die Prämissen so umfassend sind, dass sie die Thatsaehen, 
worauf sie sich beziehen, fast erschöpfen, wird der Schluss der 
vollkommenen Wzthrheit so nahe kommen, dass er selbst vor seiner 
Zusammenstellung mit anderen Schlüssen aus derselben Region der 
Forschung von dem grössten Werthe ist. 
Die Geometrie giebt uns das vollendetste Beispiel dieses logi- 
schen Kunstgriifs. Der Zweck des Geometers ist den Raum auf 
allgemeine Gesetze zu ziehen, mit andern Worten, die nothwendigen 
und allgemeinen Verhältnisse seiner verschiedenen Theile kennen 
zu lernen. Da nun der Raum gar keine Theile haben würde, 
wenn sie nicht in ihm gesetzt würden, so ist der Geometer ge- 
nöthigt eine solche Thatsache anzunehmen; und er nimmt die 
möglichst einfache Form derselben, eine Theilnng durch Linien. 
Nun muss eine Linie in der Wirklichkeit, wie man sie thatsächlich 
in der Welt vorfindet, immer zwei Eigenschaften haben, Länge und 
Breite. Wie unbedeutend sie auch sein nrögen, jede Linie hat 
beide. Wenn aber der Geometer beide in Betracht ziehen wollte, 
würde er ein Problem vor sich haben, welches für die, Hülfsmittel 
des menschlichen Verstandes zu verwickelt wäre, um es zu bewal- 
tigen; oder jedenfalls zu verwickelt für die gegenwärtigen Hiilfs- 
mittel unseres Wissens. Er scheidet daher durch einen wissen- 
schaftlichen Kunstgriff wissentlich eine dieser Eigenschaften aus, 
und versichert, eine Linie sei Länge ohne Breite. Er weiss, dass
        

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