Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019216
während des 
Jahrh. 
411 
hatte man die Schotten gelehrt, alle wesentlichen Wahrheiten über 
die Natur des Menschen seien schon offenbart worden. Hutcheson 
jedoch nahm keinen Anstand, ein ganz weltliches Moralsystem auf- 
zuführen, wovon man bisher noch kein Beispiel in Schottland 
gesehen" hatte. Die Principien, von denen er ausging, waren nicht 
theologisch, sondern metaphysisch. Sie waren aus der nach seiner 
Ansicht natürlichen Verfassung des Geistes und nicht, wie bisher, 
aus übernatürlicher Ueberlieferung entnommen. Er verlegte also 
diese Wissenschaft auf ein anderes Feld. Obgleich ein strenger 
Offenbarungsglaubiger, so hielt er doch dafür, die besten Ver- 
haltungsijegeln liesscn sich ohne Offenbarung erlangen, der mensch- 
liche Verstand brauche dazu keinen Beistand, undwenn er sie 
aufgestellt, so seien sie in ihrer Zusammenstellung als Naturgesetz 
zu achten. 13) Dieses Vertrauen auf die Macht des menschlichen 
Verstandes war ganz etwas Neues in Schottland und sein Auftreten 
machte in der Nationalliteratur Epoche. Früher hatte man die 
Menschen gelehrt, der Verstand wäre ein vorlautes thörichtes Ding, 
man müsse ihn niederhalten und er sei unfähig, die Probleme zu 
behandeln, die sich ihm dar-böten. '14) Hutcheson jedoch hielt dafür, 
er sei vollkommen fähig mit ihnen fertig zu werden, um dies aber 
zu können, müsse er frei und fessellos sein; darum vertheidigte 
er aufs tapferste das Recht des persönlichen Urtheils, Welches die 
Schottische Kirche nicht nur angegriffen, sondern fast zersört hatte. 
Er bestand darauf, Jeder habe ein Recht sich aus den Ueber- 
zeugungsmitteln, die er besässe, eine Meinung zu bilden; dies 
Recht sei unveräusserlich und nur schwache Geister könnten seine 
Ausübung aufgeben. 15) Jeder müsse nach seiner persönlichen 
43) „The intention of Moral Philosophy is to direct man to that course of action 
which tends most eifechxally to promote their greatest happiness and perfection; as 
far as it can be done by observations and conelusions discoverable from the constitution 
of natura, without any aids of supernatural revelation; these maxims 01' rules of cou- 
duct are therefore reputed as laws of natura, and the system or collection of them is 
called the LAW OF NATURE." Hutolzesorfs Moral Philosophy, I, 1. 
44) „The namral understanding is the most whorish thing in the world."     
„The understanding, even in the search of truth amongst the creatures, is a rash, 
precipitate, and unquiet thing." Rutherforafs Christ Dying, p. 181. "Innocent Adam," 
freilich, sagt Boston, „Innocent Adam had a. stock of gracious abilities, whereby he 
Inight have, by the force of moral considerations, brought himself to perform duty 
aright. But where is that with us E" Bostorfs Sermons, p. 65. 
45) „A_ like natural right every intelligent being has about his own opinions, 
SPeculative or practical, to juclge aceording to the evidence that appears to him. This
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.