Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019202
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Geistes 
Schott. 
des 
Untersuchung 
18. Jahrhunderts alle grossen Denker dem deductiven Verfahren 
folgten, und dass es aus den wenigen Beispielen von Induction, 
welche ihre Werke enthalten und aus den Schritten, die sie nach- 
her thaten, hervorgeht, dass sie diese lnductionen für an sich 
unbedeutend und nur insofern für bedeutend hielten, als sie Prä- 
missen für eine neue und zwar deductive Untersuchung hergaben. 
Da die verschiedenen Facher unseres Wissens bis jetzt noch niemals 
zusammengestellt und als ein Ganzes behandelt worden sind, so 
hat vielleicht Niemand die Allgemeinheit dieser Bewegung in 
Schottland und die Ausdehnung bemerkt, in welcher sie durch 
jede Wissenschaft hindurchgeht und alle Phasen des Gedankens 
beherrscht. Um daher die Kraft, womit sie wirkte, aufzuzeigen, 
will ich jetzt ihre Wirksamkeit in allen Hauptformen der Specu- 
lation, der physischen sowohl als der moralischen, untersuchen, 
und zeigen, dass in einer jeden dieselbe Methode angewandt wurde. 
Dazu muss ich der Klarheit wegen nach der natürlichen Anordnung 
der verschiedenen Gegenstände vorgehen, will aber, so oft es 
möglich ist, auch der chronologischen Ordnung folgen, in welcher 
der Schottische Geist sich entwickelte, so dass wir nicht nur den 
Charakter dieser bedeutenden Literatur, sondern auch die Stufen 
ihres Wachsthums und die erstaunliche Geistesstarke verstehen 
können, womit sie sich aus den Fesseln des Aberglaubens befreite. 
Den Anfang der bedeutenden weltlichen Philosophie Schottlands 
verdanken wir ohne Zweifel Francis Hutcheson. 11) Dieser aus- 
gezeichnete Mann wurde zwar in Irland geboren, war aber von 
Schottischer Familie und erhielt seine Erziehung auf der Universität 
Glasgow; dort wurde er auch 1729 zum Professor der Philosophie 
ernannt. 12) Durch seine Vorlesungen und seine Werke breitete er 
einen Geschmack an kühnen Forschungen über Gegenstände von 
der tiefsten Bedeutung aus, Gegenstände, über die sich, wie man 
früher geglaubt hatte, nichts Neues lernen liesse; denn bis dahin 
M) Siehe einen Brief von Sir James Mackintosh an Parr, in Mackintoslfs Memoirs, 
London 1835, I, 334. „To Hutcheson the taste for speculation in Scotland, und all 
the philosophical opinions (except the Berkleian Humism) may be traced." M. Cousin 
(Histoire de la Plvilosaphdc, premiöre särie, IX, 35, Paris- 1846) bemerkt, vor Hut- 
91195011 „i1 lfavait paru en Ecosse ni un äcrivain ni un professeur de philosophie un 
peu remarquable." 
42) TytZeWs Memoirs of Kames, 
Philosoplzy, I, III, London 1755, 4to. 
Edinburgh 
1814, 
223. 
M oral 
H utaheson 's
        

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