Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1019048
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Schott. 
des 
Untersuchung 
Geistes 
Menschen. Kein früheres Zeitalter hat so viel Arbeit zu thun 
gehabt, und um diese Arbeit auszuführen, brauchen wir starke und 
kräftige Naturen, die sich in allen ihren Verrichtungen frei und 
ohne Hemmniss geübt haben. Nie war bisher die Durchführung 
des Lebens so schwierig, nie die Probleme, die-sich dem mensch- 
lichen Geiste darboten, so zahlreich und so verwickelt.  Jeder 
Zuwachs zu unserer Wissenschaft, jede neue ldee eröffnet neue 
Schwierigkeiten und gebiert neue Combinationen. Unter diesem 
aufgehäuften Gewicht werden wir sicher zu Boden sinken, wenn 
wir es unseren Grosseltern in der Leichtgläubigkeit gleichthun, die 
ihre Thatkraft durch die verderblichen Vorstellungen einschränken 
und schwächen liessen, Welche die Geistlichen theils aus Unwissen- 
heit, theils aus Selbstsucht dem Volke aufgeheftet und dadurch 
das nationale Wohlsein vermindert und den Gang des nationalen 
Gedeihens zurückgehalten haben. - 
Auf dieselbe Weise hören wir fortwährend von den Uebeln des 
Reichthums und von der sündlichen Liebe zum Gelde; und doch 
hat sicherlich nächst der Liebe zur Wissenschaft keine Leidenschaft 
in der Welt der Menschheit so viel Gutes gethan, als die Liebe 
zum Gelde. Ihr verdanken wir allen Handel und alle Gewerbe, 
mit anderen Worten den Besitz jeder Gemächlichkeit und jedes 
Luxus, welchen unser Vaterland nicht gewähren kann. Gewerb- 
thätigkeit und Handel haben uns mit den Produkten vieler Länder 
vertraut gemacht, unsere Wissbegierde erweckt, durch den Umgang 
mit Nationen von verschiedenen Sitten, Sprachen und Gedanken 
unsere Ideen erweitert, für Kräfte, welche sonst eingepfercht und 
verschwendet worden wären, einen Abzug eröffnet, die Menschen 
zu Unternehmungen, zur Voraussicht, zur Berechnung gewöhnt, 
und uns ausserdem viele Kunstfertigkeiten, die von grossem Nutzen 
sind, mitgetheilt, und uns in den Besitz von äusserst schätzbaren 
Mitteln gesetzt, "das Leben zu retten und Schmerz zu lindern. Dies 
Alles verdanken wir der Liebe zum Gelde. Wenn es den Theologen 
gelange sie auszurotten, so wurde dies Alles aufhören und wir 
verhältnissmässig in Barbarei zurückfallen. Die Liebe zum Gelde, 
wie jeder andere Trieb, ist dem Missbrauohe unterworfen, aber 
dagegen zu predigen, als wäre sie ein Uebel an sich , und vor 
Allem sie darzustellen als eine Leidenschaft, welche den Zorn 
Gottes auf uns herabzieht, wenn wir ihr nachgeben, verräth eine 
Unwissenheit, die in früheren Zeiten natürlich gewesen sein mag, 
die aber in unserer Zeit eine Schande ist, besonders wenn sie von
        

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