Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1018330
während 
des 
Jahrh. 
323 
Dass dies an der Methode lag, deren sich die Gelehrten bedienten, 
hoffe ich im nächsten Kapitel zu beweisen; und wenn es mir 
gelingt, so wird es sich zeigen, dass ich nicht übertrieben habe, 
wenn ich dies die zweite grosse Ursache der Verlängerung des 
Aberglaubens nannte, denn sie war mächtig genug, die denkenden 
Klassen an der Ausübung ihrer natürlichen Aufgabe, der Störung 
alter Ansichten zu hindern. 
Wir haben schon gesehen, dass fast unmittelbar nach der 
Reformation eine Missstimmung zwischen den höheren Klassen und 
den geistlichen Führern der protestantischen Kirche entstand und 
dass diese Missstimmung wuchs, als sie sich 1580 in der Ab- 
schatfung des Episcopats Luft machte.  Diese kühne und ent- 
scheidende Maassregel machte den Bruch unheilbar. Die Prediger 
hatten sich jetzt zu sehr blosgegeben, um wieder zurückgehen zu 
können, selbst wenn sie es gewünscht hätten; und von dem Augen- 
blicke an vereinigten sie sich aufs innigste mit dem Volke und 
nahmen eine Stelle ein, welche sie seitdem nie wieder aufgegeben 
haben. Während der 23 Jahre, die Jacob noch in Schottland blieb, 
Waren sie damit beschäftigt, das Volk gegen seine Regierung 
aufzustacheln, und so wie sie demokratischer wurden, wurde die 
Krone und der Adel feindseliger und zeigten zum ersten Male eine 
Neigung, sich zur Vertheidigung ihrer gemeinsamen Interessen zu 
verbinden. Im Jahre 1603 bestieg Jacob den Thron von England, 
und der Kampf begann im Ernst. Er dauerte mit wenigen Unter- 
brechungen 85 Jahre, und in all dieser Zeit schwankte die pres- 
byterianische Geistlichkeit nie; sie stand immer fest bei der guten 
Sache, immer auf der Seite des Volks. Dies erhöhte ihren Einfluss 
Sehr, und was ihm noch günstiger war, die Prediger waren nicht 
nur die Führer im Kampf für die Volksfreihcit, sondern auch im 
Kampf für die nationale Unabhängigkeit. Als Jacob I. und die 
beiden Karle den Versuch machten, Schottland das Episcopat auf- 
Zuzwingen, wiesen die Schotten es zurück, nicht nur weil sie die 
Einrichtung hassten, sondern auch weil sie sie als ein Brandmal 
fremder Herrschaft ansahen, und sie waren entschlossen, sich ihr 
nicht zu unterwerfen. Ihr nächster und gefährlichster Feind war 
England, und sie hassten die Idee Bischöfe anzunehmen, die erst- 
lißh in London geweiht werden mussten und die zweitens nie in 
Schottland zugelassen worden wären, wenn England nicht das 
Inächtigere Land gewesen wäre. Der Schottische Clerus kämpfte 
daher während des 17. Jahrhunderts sowohl aus patriotischen als 
21er
        

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