Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1018273
und 
Jahrh. 
317 
sich nicht erheben, wenn er nicht von dem wissenschaftlichen 
Geiste erfüllt ist, der, wie einen Glaubensartikel, gleichförmige 
Folgerichtigkeit lehrt, mit andern Worten, von der Ueberzeugung, 
wenn gewisse Ereignisse bereits eingetreten sind, dass dann andre 
entsprechende Ereignisse ebenfalls eintreten werden. Diesen Ge- 
danken zu ergreifen und festzuhalten und ihn bei jeder Gelegenheit 
anzuwenden, ohne irgend einer Ausnahme Gehör zu geben, ist 
sehr schwer, aber es muss geschehen und jeder muss es thun, der 
das Studium der Geschichte aus seinem jetzigen rohen und form- 
losen Zustande erheben und nach läräften dazu beitragen will, 
es in seinen wahren Rang, als die erste und oberste Wissenschaft 
einzusetzen. Selbst dann kann er seine Aufgabe nicht erfüllen, 
wenn sein Stoff nicht ein reicher und aus Quellen von unzweifel- 
hafter Glaubwürdigkeit hergeleitet ist. Aber wenn seine Thatsachen 
hinreichend zahlreich, wenn sie sehr verschiedenartig, wenn sie an 
so verschiedenen Orten gesammelt sind, dass sie einander zügeln 
und gegenübergestellt werden können, um allen Verdacht zu ent- 
fernen, dass ihr Zeugniss zugestutzt sei; und wenn er, der von 
ihnen Gebrauch macht, die Fähigkeit besitzt, allgemeine Gesichts- 
punkte zu fassen, eine Fähigkeit, ohne die nichts Grosses geleistet 
werden kann, alsdann wird es ihm schwerlich fehlen, seine An- 
strengungen von einem glücklichen Erfolge belohnt zu sehen, wenn 
er ja dieser Einen Unternehmung seine ganze Kraft widmet, ihr 
jeden andern Zweck des Ehrgeizes nachsetzt und ihr manches 
Interesse, dass den Menschen theuer ist, opfert. Manche der an- 
genehmsten Antriebe zum Handeln muss er versehmähen. Für ihn 
ist der Lohn nicht, den bei einem andern Geschäft dieselbe An- 
strengung gewonnen haben würde; für ihn sind die Genüsse des 
öffentlichen Beifalls nicht, nicht für ihn der Luxus der Gewalt, 
nicht für ihn ein Sitz im Rathe seines Landes, nicht für ihn ein 
angesehener und geehrter Platz vor den Augen des Publikums. 
Sei er sich immerhin bewusst, was er leisten könnte, er darf in 
dem grossen Wettkampf nicht auftreten, er kann nicht hoffen den 
Preis zu gewinnen, er kann nicht einmal die Aufregung des 
Kampfes geniessen. Ihm ist der Kampfplatz verschlossen. Seinen 
Lohn trägt er in sich, und er muss lernen sich wenig aus der 
Theilnahme seiner Mitmenschen oder aus den Ehren, die sie ihm 
erweisen können, zu machen. Weit entfernt so etwas zu erwarten, 
muss er sich vielmehr auf den üblen Ruf vorbereiten, welcher alle- 
"mal die Erölfner neuer Adern des Gedankens erwartet, weil sie
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.