Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1018205
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VOII 
Zustand 
Schottland 
möglichen Entmuthigung ausgesetzt. m) Aber nach der Union 
erhielt sie aus zwei Gründen einen plötzlichen Aufschwung. Der 
eine, den ich schon erwähnt habe, war die Nachfrage von Amerika, 
die sich nach Eröffnung des transatlantischen Handels einstellte. 
Der andere war, dass der Zoll, den England auf die Einfuhr der 
Schottischen Leinewand gesetzt hatte, weg-fiel. Diese beiden Uni- 
stände, welche fast zu derselben Zeit eintraten, machtentauf die 
Gewerbthätigkeit des Volks einen solchen Eindruck, dass De Foe, 
der mehr Kenntniss von dem Gewerbswesen seiner Zeit 'hatte als 
irgend jemand anders, sagte, es scheine als könne es dem Schotti- 
schen Armen in Zukunft nie an Beschäftigung fehlen. m) Unglück- 
licherweise war dies nicht der Fall und wird nicht eher der Fall 
sein, als bis die Gesellschaft radical geändert worden ist. Aber 
die Bewegung, die eine so kühne Bemerkung von einem so vor- 
sichtigen Beobachter, wie De Foe, veranlasste, muss eine sehr 
augenfällige gewesen sein; und wir wissen aus andern Quellen, 
dass die Leinenfabiikation für die Ausfuhr allein zwischen den 
Jahren 1728 und 1738 sich mehr als verdoppelte. m) Von der 
Zeit an schritt dieser und andere Zweige der Schottisclien In- 
dustrie mit immer beschleunigter Schnelligkeit fort. Ein Zeitgenosse, 
der gut unterrichtet sein konnte, bemerkt, zwischen 1715 und 1745 
habe sich Handel und Fabrikwesen mehr als seit Jahrhunderten 
Hi) Morer, der 1688 und 1689 in Schottland war, sagt: „But that which employs 
great part of their land is hemp, of which thoy have mighty burdens, anrl on which 
they bestow much care and paillS to dress and prepare it for making their linen, the 
most noted and beneücial manufacture of the kingclom." Morefs Show-t Account of 
Scotland, London 1702, p. 3, 4. 
'23) „The duties upon linen from Scotlaild being taken 01T in England, marle so 
great a demanll for Scots linen more than usual, thnt it seemed the poor could want 
no employment." De Foefs Hislory nf flze Union betwcen England und Saarland, p. 
604. Vergl. Mucplzersmfs Amzals of Oonzmcrce, lI, 736: „a. prodigious vent, nut only 
in England, but for the American plantations." Dies betrifft eine spätere Zeit. 
424) Der Ueberschuss von Leinwand über die Consumption, der im Jahr 1728 
verfertigt wurde, betrug 2,l83,978 yards; 1738, 4,666,011. C'lzalmcrs' Ualedonia, I, 
873. Ueber die Zunahme zwischen 1728 und 1732 siehe die Tabelle in Tlze Inferesi 
of Scotland crmsidered, Edinburgh 1733, p. 97. In einem Werke von 1732 wird gesagt: 
„they make a great deal of linnon all over thc kingdom, not only for their own use, 
but exPort it to England, and to the Plantations. In short, the women are 9,11 kept 
en1ploy'd, from tlxe highest to the lowest of thom." Maclcgfs Journßy tlqrougkßcotland, 
London 1732, p. 271. Dies bezieht sich lediglich auf die weibliche Bevölkerung von 
Schottland, die Macky viel ileissiger findet, als die Männer.
        

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