Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1018055
l 7. und 
J ahrh. 
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Einrichtung, welche einen Mann zum Richter machte, nicht weil 
er für das Amt passte, sondern weil er in besondern Ver- 
hältnissen geboren war, erschien als eine Thorheit, die vor der 
revolutionären Stimmung des 18. Jahrhunderts natürlich nicht be- 
stehen konnte. Der Geist der Neuerung, wodurch dieses Zeitalter 
sich auszeichnet, konnte eine so verkehrte Sitte nicht Wohl unan- 
gefochten lassen; und ihre Abschaffung wurde erleichtert sowohl 
durch den Verfall des Adels, der das Privilegium besass, als durch 
die Erhebung seiner natürlichen Gegner, der gewerblichen. und 
Handel treibenden Klassen. Der Verfall des Schottischen Adels 
im 18. Jahrhundert lässt sich auf zwei specielle Ursachen zurück- 
führen, neben den allgemeinen Ursachen, welche die Aristokratie 
fast überall in Europa schwächten. Diese letztern, welche England 
mit den meisten Theilen des Oontinents gemein hat, kommen hier 
nicht in Betracht. Es genüge zu bemerken, dass sie gänzlich 
von dem Fortschritt der Wissenschaft abhingen, welche durch die 
Hebung des Einflusses der intellectuellen Klassen blos erbliche 
und zufällige Auszeichnungen untergräbt und endlich über den 
Haufen werfen muss. Die Ursachen aber, welche sich auf Schott- 
land beschränken, hatten mehr einen politischen Charakter, und 
obgleich sie völlig lokal waren, stimmten sie doch zudem ganzen 
Zuge der Ereignisse und müssen als Glieder einer grossen Kette 
angesehen werden, welche den gegenwärtigen Zustand dieses 
eigenthümlichen Landes rnit seiner früheren Geschichte in Zu- 
sammenhang setzt. 
Die erste Ursache war die Vereinigung Schottlands mit Eng- 
land im Jahre 1707. Diese versetzte der Schottischen Aristokratie 
einen heftigen Schlag. Durch sie wurde die Gesetzgebung des 
kleineren Landes in die des grösseren aufgesogen, und die erb- 
lichen Gesetzgeber sanken plötzlich in eine unbedeutende Stellung 
hinab. Im Schottischen Parlament waren 145 Peers gewesen. Sie 
alle bis auf sechzehn wurden durch die Unionsacte ihrer gesetz- 
geberischen Macht beraubt. im) Diese 16 wurden nach London 
Arnoüs History of Edinburgh, p. 224; Fauntainhalfs Notes an Sootiislo Afairs, p. 139; 
Humds History of the Hause of Douglas, I, 346; Letticds Scotland, p. "271; Sincla-ifs 
Scothmd, 1, 417, IV, 45s, v1, 195, 25a, vm, 129, 348, XIII, 563, XIV, 34, xvn, 
442, 600, XVIII, 473. 
99) Laing (History qf AScotZemd, IV, 345) sagt, dass im Jahre 1706, „the commons 
in the Scottish parliament were 160; the peers 145." Von diesen Peers erklärte der
        

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