Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1015193
VOIII 
des 
bis zur Ißlitte 
J ahrh. 
eben erwähnten, und da sie grade nach der nämlichen Richtung 
hindrängten, so brachte dies ein Zusammenwirken hervor, dem 
nichts widerstehen konnte, und von dem wir mit unfehlbarer Sicher- 
heit die Schritte herleiten können, welche den späteren Verfall der 
Nation bezeichnen. Ja die Geschichte der Ursachen, welche den 
Verfall Spaniens herbeiführten, wird in der That zu klar werden, 
als dass man sich noch darüber täuschen könnte, wenn man sie 
unter Leitung der allgemeinen Prinzipien, die ich aufgestellt, studiren 
will; und diese Prinzipien selbst werden wieder durch das Licht 
bestätigt werden, welches sie auf diesen lehrreichen, obwohl trau- 
rigen Gegenstand werfen. 
Nach dem Sturz des Römischen Reichs ist die Hauptthatsache 
in der Geschichte Spaniens die Niederlassung der Westgothen und 
die Einführung ihres Geistes in die Halbinsel. Sie sowohl als die 
Sueven, die ihnen unmittelbar vorhergingen, waren Arianer, und 
150 Jahre lang wurde Spanien der Brennpunkt dieser berühmten 
Ketzereif") und ihr hingen damals auch die meisten gothischen 
Völkerstämme an. Aber am Ende des 5. Jahrhunderts nahmen die 
Franken bei ihrer Bekehrung vom Heidenthume den entgegen- 
gesetzten und orthodoxen Glauben an, und wurden von ihren 
Priestern bewogen, ihre ketzerischen Nachbarn zu bekriegen. Chlod- 
wig, der damals König der Franken war, wurde von der Kirche, 
um derentwillen er die unglaubigen Westgothen angriii", als 
Glaubensheld gefeiert. 11) Seine Nachfolger verfolgten dieselbe 
i") Die unsichere Chronologie der früheren Gesehichte Spaniens erhellt aus den 
abweichenden Angaben verschiedener Schriftsteller über die Dauer des Arianismus, 
ein Punkt von viel grösserer Wichtigkeit, als der Tod und die Thronbesteigung von 
Königen. Antequera (Historia de la Legislaeion Espaäola, Madrid 1849, p. 37) sagt: 
"La secta arriana, pues, segun las epoeas üjadüs, permaneciö en Espaüa 125 aüos"; 
Fleury (Histoire Ecelesiastique, VII, 586, Paris 1758) sagt: „environ 180 aus"; Imd 
LYCrie, der gewöhnlich gut unterrichtet iet, sagt in seiner History of thelßefarmation 
in Spam, Edinburgh, 1829, p. 7 z "Arianism was the prevailing and established creed 
of the eountry for nearly two centuries", und beruft sich deshalb auf Gregonvon 
Tours. Mit gutem Grunde nennt daher Fauriel diese Frage „une question qui soujfrg 
des diificultes." Siehe sein voitreifliches Werk Histoire de la gemle Meridionale, Paris 
1836, I, 10. 
H) Im Jahre 496 betrachtete die orthodoxe Geistlichkeit Chlodwig als „un chem- 
pion qu'il peut opposer aux härätiqnes visigoths et burgolldes." Fam-iel, Histoire de 
1a gaule Meridionale, II, 41. Sie verglichen ihn auch mit Gideon, S. 66. Vergl. 
Heury, Histoire Eeelesiastique, V11, 89, 90. Ortiz ist so begeistert, dass er seinen 
Patriotismus vergisst und den wilden Barbaren preis't, der zwar sein Vaterland be-
        

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