Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017931
und 
Jahrh. 
283 
elenden Priester zu brandmarken, die Jahre lang mit dem Versuche 
zubrachten, die Freiheiten ihres Vaterlandes zu unterdrücken und 
dann gegen das Ende ihrer Laufbahn und kurz vor ihrem schliess- 
liehen Sturze sich zusammenthaten und ihr Ansehen als Körper- 
schaft und als Diener einer heiligen und friedlichen Religion dazu 
anwendeten, öffentlich das Betragen eines Königs zu billigen und 
dieser Billigung ihren Stempel aufzudrücken, eines Königs, den 
seine boshafte Grausamkeit zum Abscheu seiner Zeitgenossen und 
seine empörende Liebhaberei, wenn wir sie nicht einem kranken 
Gehirne zuschreiben, nicht nur zum Schandileck des Zeitalters, 
sondern auch zur Schmach der menschlichen Natur und ihrer 
edleren Anlagen machte! 
Die regierenden Stände in Schottland waren jedoch so völlig 
verderbt, dass solche Verbrechen, wie es scheint, kaum ihren 
Unwillen erregten. Die darunter litten waren widerspenstige Unter- 
thanen, und gegen sie war Alles recht. Die gewöhnliche Marter, 
welche man den Spanischen Stiefel nannte, bestand darin, dass 
man das Bein in eine Form that und Keile hineintrieb, bis die 
Knochen zerbrachenfä) Aber als Jacob II. Schottland besuchte, 
regte sich der Gedanke, dass dies zu milde wäre und dass man 
auf andere Mittel denken müsse. Der Geist, den er seinen Unter- 
gebenen mittheilte, belebte seine unmittelbaren Stellvertreter, und 
im Jahre 1684 wurde während seiner Abwesenheitein neues In- 
strument erfunden, welches die Daumenschraube hiess. Sie bestand 
aus kleinen Stahlschrauben, welche mit so teuiiischer Kunstfertigkeit 
zusammengesetzt waren, dass nicht nur der Daumen, sondern auch 
die ganze Hand durch sie zusammengeschraubt werden konnte, 
wodurch ein empiindlicherer Schmerz hervorgebracht wurde, als 
alles was man bisher gekannt; ausserdem hatte dies Instrument 
den Vortheil, nicht lebensgefährlich zu wirken, und dass die 
Marter öfter an derselben Person wiederholt werden konnte. m) 
75) Shields (A Hind let loose, p, 186) beschreibt die Stiefel als „a eruel engine 
of iron, whereby, with wedges, the leg is tortured until the marrow come out of the 
bone." Vergl. Nuplatali, or tlw Wyrestlings of ilzre Olmrok of Scotland, 1667, p. 268; 
„the extraordinary compression both of üesh, sinews, und bones by the force of timber_ 
wedges and hammer."  
76) Im Jahre 1684 wurde Carstairs dieser hlarter unterworfen. Siehe seinen eignen 
Bericht in einem Briefe in Wodroufs History of tlie Clzurnlz, of Scotland, IV, 95-100, 
Er schreibt (p. 99): "After this communing, the king's smith was called in, to bring 
in a new instrument to torture by the thumbkins, that had never buen used before.
        

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