Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1014750
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1017824
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Zustand 
VOII 
Schottland 
erhielten was sie am meisten brauchten. Die Engländer, ein reiches 
Volk, hatten zwar das Geld zu bezahlen, aber sie wurden dadurch 
entschädigt, dass sie ihres Unterdrückers habhaft wurden, gegen 
den sie nach Rache dürsteten. Und sie sorgten hinlänglich dafür, 
dass er nicht wieder frei kam, bevor sie die höchste Strafe für 
seine grossen und vielfältigen Verbrechen an ihm vollzogen hatten! 52) 
Nach der Hinrichtung KarPs I. erkannten die Schotten seinen 
Sohn als seinen Nachfolger an. Aber ehe sie den neuen König 
krönen wollten, unterwarfen sie ihn einer Behandlung, wie sie erb- 
liche Fürsten nicht gerade gewohnt sind. Sie liessen ihn eine 
öffentliche Erklärung unterzeichnen, worin er sein Bedauern über 
das was vorgefallen ausdrückte, und anerkannte, dass sein Vater, 
verführt von schlechten Rathgebern, das Blut seiner Unterthanen 
ungerecht vergossen hätte. Auch musste er erklären, er fuhle sich 
dadurch in seinem Herzen gedcmüthigt. Ferner-hatte er Wegen 
seiner eigenen Fehler um Verzeihung zu bitten, die er theils seiner 
Unerfahrenheit, theils seiner schlechten Erziehung zuschrieb. 53) 
59) Ein Brief von Sir Edw. Llyde an Lord Hatten, vom 12. April 1649 (in den 
Olarendon Stute Papers, 11, 479, Oxford 1773, folio), sagt von Karl lL, dass die 
Schotten „s0ld his father to those who niurdered him." Aber dies ist nicht richtig. 
Karl I. war allerdings von den Engländern gekauft werden, aber sie ermordeten ihn 
nicht. Er wurde offen vor Gericht gestellt, als schuldig verurtheilt und hingerichtet. 
Und ohne allen Zweifel ist kein Jahr vergangen, wo nicht Menschen, die viel geringere 
Verbrecher waren als er, dasselbe Schicksal betroffen. Vielleicht haben die Recht, 
Welche alle Todesstrafe für überflüssig halten. Es ist jedoch noch nicht bewiesen 
worden; und wenn diese höchste und furehtharste Strafe vollzogen werden muss, so 
weiss ich keinen angemessenern Gegenstand für sie, als einen Despoten, der die Frei- 
heiten des Volks, welches er beherrscht, zu unterdrücken sucht, der grausame und 
widerrechtliche Strafen über die verhängt, die sich ihm widersetzen, und eher als dass 
er seine Pläne aufgeben sollte, einen Bürgerkrieg anfängt, Väter und Söhne gegen 
einander führt, die Gesellschaft in Verwirrung stürzt und des Land mit Blut über- 
strömt. Solche Menschen sind ausser dem Gesetz; sie sind die Feinde des Menschen- 
geschlechts; wer wird sich wundern, wenn sie fallen, und wer ihren Fall bedauern? 
53) Die Erklärung wurde von Kerl den 16. August 1650 unterzeichnet. Abgekiirzt 
findet sie sich in Balfouräs- Ammles afSootland, IV, 92-94; aber das ganze Document 
giebt uns Sir Edward Walker. Siehe Journal of Afairs in Scotland, in Wallceräs 
Historicall Disoourses, London, folio, 1705, p. 170-176. In ihm muss Karl erklären: 
"though his Majesty es a dutiful son be obliged to honour the memory of his Royel 
Fß-thßv, und have in estimation the person of his Mother; yet doth he desire to be 
deeply hnmbled end afiiicted in spirit before God, because of his Father's hearkening 
11117-0 ßlld following evil couneils, und his opposition to the work of reformation, and 
to the solemn leugue and eovenant hy whieh so much of the blood of the Lord's people 
hath been shed in these kingdoms." Denn fuhr er fort: though he might pallinte
        

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